Diesen Sommer erschienen mehrere Rückblicke auf die Geschichte deutscher Spielerfrauen, veröffentlicht rund um die Fußball-WM 2026. Monika Vogts kommt darin an einer einzigen Stelle vor: frühere Flugbegleiterin, 1974 kennengelernt, verheiratet mit dem späteren Bundestrainer Berti Vogts. Mehr steht dort nicht über sie.
Dabei sprach Monika Vogts selbst genau einmal öffentlich über ihre Ehe, in einem Interview aus dem Jahr 2000. Es ging um neunzehn Jahre, in denen ihr Mann kaum zu Hause war.
Inhaltsverzeichnis
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Frühere Lufthansa-Flugbegleiterin, geborene Müller
- Deutsche Quellen datieren das Kennenlernen mit Berti Vogts auf 1974
- Verheiratet: 10. Juni 1979 bis zur Scheidung im Juni 2005
- Ein Sohn: Justin Vogts, geboren 1988, heute Berufsfeuerwehrmann in Rheydt
- Letzter bekannter Wohnort: Glasgow
- Letzte gesicherte öffentliche Erwähnung: April 2008
Ein Satz aus dem Jahr 2000
Bayer Leverkusen hatte Berti Vogts gerade als Trainer verpflichtet, im November 2000, als Monika Vogts der B.Z. ein kurzes Interview gab. Der gemeinsame Sohn Justin, damals zwölf, interessiere sich „überhaupt nicht für Fußball“, erzählte sie. Zum neuen Job ihres Mannes sagte sie, er freue sich, „sonst hätte er dieses Angebot nie angenommen“.
Dann fragte die Reporterin, ob sie froh sei, dass die Zeit ohne Trainerjob jetzt vorbei sei. Vogts war seit seinem Rücktritt als Bundestrainer 1998 zwei Jahre und zwei Monate ohne Anstellung gewesen.
„Das war eine schöne Zeit. Aber davor musste ich 19 Jahre lang damit umgehen, dass mein Mann immer unterwegs war. Ich kann mich damit arrangieren.“
Sie sei froh für ihren Mann, sagte sie danach. Gemeinsame Zeit und gemeinsame Urlaube würden jetzt wieder seltener. Es ist der einzige erhaltene Text, in dem Monika Vogts ihre Ehe in eigenen Worten beschreibt.
Der Tipp vor der EM 1996
Vier Jahre vor diesem Interview hatte Berti Vogts die deutsche Nationalmannschaft zum EM-Titel geführt, nach eigener Aussage auch wegen eines Rats seiner Frau.
„Meine Frau riet mir, Oliver Bierhoff 1996 mit zur EM zu nehmen. Er würde es mir danken“, sagte Vogts später der Bild-Zeitung.
Bierhoff, der im selben Jahr auch seine spätere Frau Klara Szalantzy kennenlernte, war beim Publikum zu dem Zeitpunkt kaum bekannt. Im Finale gegen Tschechien traf er zweimal, in der 95. Minute mit dem ersten Golden Goal der Turniergeschichte. Nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM 1998, in dem Jahr seines Rücktritts als Bundestrainer, war es wieder Monika Vogts, die ihrem Mann in der bis dahin schwierigsten Phase seiner Karriere den Rücken stärkte.
Wie sich die beiden kennenlernten
Monika Vogts, geborene Müller, arbeitete Anfang der Siebzigerjahre als Flugbegleiterin bei der Lufthansa. Deutsche Berichte, darunter sein Eintrag in der deutschen Wikipedia, datieren das Kennenlernen auf 1974, das Jahr, in dem Berti Vogts mit der Nationalmannschaft Weltmeister wurde. Britische Zeitungen schrieben Jahre später, das Paar habe sich erst 1978 auf einem Flug kennengelernt. Beide Versionen können nicht stimmen. Fotos aus dem Dezember 1975 zeigen die beiden bereits als Paar.
Geheiratet haben Monika und Berti Vogts am 10. Juni 1979, im selben Jahr, in dem er seine aktive Karriere bei Borussia Mönchengladbach beendete. Das Paar lebte in Korschenbroich bei Düsseldorf. 1988 kam Sohn Justin zur Welt.
Schottland
2002 übernahm Berti Vogts die schottische Nationalmannschaft. Die Familie zog nach Glasgow, in eine Villa im Stadtteil Newlands. Nach den Jahren der Abwesenheit, über die Monika Vogts 2000 gesprochen hatte, lebte die Familie nun unter einem Dach, während er als Nationaltrainer arbeitete.
2002 wurde Monika Vogts auch ernsthaft krank. Ärzte untersuchten im Sommer ihr Herz, im Oktober folgte eine Diagnose, die einen sechsmonatigen Krankenhausaufenthalt in Deutschland nötig machte. An Weihnachten kam ein Kreislaufkollaps hinzu, Berti Vogts reiste mit Sohn Justin nach Deutschland, um bei ihr zu sein. Vor den meisten seiner Kollegen bei der schottischen Nationalmannschaft hielt er die Erkrankung geheim.
Die Behandlung zog sich bis ins Frühjahr 2003. Im Juli, wenige Monate später, bestätigte Berti Vogts der Bild-Zeitung die Trennung nach 24 Ehejahren:
„Wir haben uns einvernehmlich vorerst getrennt. Meine Frau und ich werden uns weiterhin gemeinsam um unseren Sohn Justin kümmern.“
Zehn Tage später kam die Polizei. Berti Vogts wollte Justin zum Essen abholen, es kam zu einem lautstarken Streit mit Monika Vogts, sie rief den Notruf. Ein Sprecher von Strathclyde Police bestätigte den Einsatz: Den Beteiligten sei eine Verwarnung erteilt worden, weitere Schritte habe es nicht gegeben.
Was danach bekannt ist
Im Juni 2005 wurde die Ehe geschieden, nach 26 gemeinsamen Jahren. Justin blieb zunächst bei seiner Mutter in Glasgow. Berti Vogts kehrte nach Deutschland zurück, engagierte sich im Kirchenvorstand seiner Gemeinde in Kleinenbroich und wurde später Fernsehexperte und Kolumnist.
Von Monika Vogts ist danach kaum etwas bekannt. Die Bild-Zeitung berichtete im April 2008, sie habe mit ihrem Mercedes A-Klasse in Glasgow ein geparktes Auto gerammt. Der Alkoholtest ergab 1,6 Promille, erlaubt waren 0,8. Es folgten eine Geldstrafe und ein einjähriges Fahrverbot. Ein britisches Wählerverzeichnis führt eine Monika B. Vogts noch bis mindestens 2011 unter einer Adresse im selben Glasgower Stadtteil. Danach nichts mehr.
Über Justin Vogts lässt sich das meiste öffentlich nachlesen: Berufsfeuerwehrmann in Rheydt, verheiratet mit Claire, seit 2021 Vater einer Tochter. Über seine Mutter nicht.

