Als Zendaya beim Disney Channel anfing, verdiente sie ungefähr so viel wie ihre Eltern zusammen als Lehrer. Das erzählt ihr Vater, der seinen Job aufgab, um ihre Karriere zu managen, bis sie das selbst in die Hand nahm.
Im Juni 2013 fragte ein Reporter des „Wall Street Journal“ Kazembe Ajamu, was er täte, wenn seine Tochter Zendaya ihm sagen würde, sie wolle nicht mehr. Zendaya war damals 16 und spielte eine der beiden Hauptrollen in der Disney-Serie „Shake It Up“. Ihr Vater managte ihre Karriere. „Dann gehe ich wieder unterrichten“, antwortete er. „Ich bin raus.“ Umstimmen würde er sie nicht.
Zendaya blieb dabei, und mit 18 oder 19 sagte sie ihm: „Dad, ich glaube, ich bin so weit, meine Geschäfte selbst in die Hand zu nehmen.“ Ajamu hielt sie damals nicht für bereit. „Ich wusste, dass dieser Tag kommt“, sagt er rückblickend. „Aber ich dachte, das passiert, wenn sie 40 ist.“
Der frühere Sportlehrer aus Oakland ist inzwischen Anfang 70. 2017 hatte ihn die „Vogue“ als 64-Jährigen vorgestellt. Am 1. Juni 2026 erschien ein langes Gespräch mit ihm im AURA Skypool Podcast, aufgenommen in Dubai. Darin erzählt er, wie er seine Tochter durch die Disney-Jahre begleitete und was der Sender ihr damals zahlte. Aus diesen Erfahrungen baut er eine Masterclass für Eltern und Nachwuchs auf. Mitte September hielt er bei den Tech Innovation Awards in Dubai eine spontane Rede.
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Der Sportlehrer aus Oakland
Ajamu kam als Samuel David Coleman zur Welt. Seinen heutigen Namen nahm er an, nachdem er mit einem DNA-Test seiner afrikanischen Herkunft nachgegangen war, wie Zendaya 2015 dem Magazin „Complex“ erzählte. Er ist Afroamerikaner und wuchs mit sieben Geschwistern in Emeryville auf, einer kleinen Stadt direkt neben Oakland in Kalifornien. Im Keller des Hauses, in dem später auch Zendaya aufwuchs, fanden in den 60er-Jahren zeitweise Treffen der Black Panther Party statt.
Als Zendaya klein war, unterrichtete ihr Vater Sport an einer Privatschule und arbeitete als Basketballtrainer. Sie besuchte dieselbe Schule und ging jeden Tag mit ihm hin. Ihre Mutter Claire Stoermer unterrichtete eine fünfte Klasse an einer öffentlichen Schule in Oakland.
Eigentlich hatte sich Ajamu einen Sohn gewünscht, der es in die NBA schafft. Mit der Tochter peilte er dann eben die Profiliga der Frauen an und trainierte die Fünfjährige jeden Tag nach der Schule in der Halle. Eines Tages warf sie ihm den Ball hin, drehte sich um und ging. Er rief ihr hinterher, sie solle sofort zurückkommen. Sie ging weiter. Damit war ihre Basketballkarriere vorbei, erzählt er.
Ein paar Jahre später fragte er sie, ob sie beim Winterkonzert der Schule mit ihm im Duett singen würde. Die beiden sangen „The Christmas Song“. „Der Saal wurde ganz still. Ich konnte hören, wie ihre kleine Stimme durch den Raum drang“, sagt Ajamu. „Da wusste ich, dass sie Sängerin wird.“
„Die Leute sagen immer: Du treibst sie so sehr an“, erzählt er. „Dabei ist sie es, die mich antreibt. Ich lebe meine Träume nicht über mein Kind aus.“
Wenn Zendaya als Kind aus der Reihe tanzte, sagte ihr Vater jedes Mal: „Wir gehen nach Hause.“ Das bekam sie auch bei einem Werbejob für die Kaufhauskette Sears zu hören, bei dem sie sich, wie sie selbst sagt, wie eine Diva benahm. Sie flehte ihn an: „Dad, ich kann nicht als Versagerin nach Hause gehen! Ich kann das nicht einfach lassen!“ Als Ajamu 2017 der „Vogue“ davon erzählte, schüttelte er den Kopf: „Die ist zäh, Mann. Die zieht das durch bis ganz nach oben.“
Die Disney-Gage und die Nebenjobs
Mit 13 wurde Zendaya von einem Manager aus Los Angeles entdeckt. Ein halbes Jahr später bot Disney ihr die Rolle in „Shake It Up“ an. Ajamu kündigte seine Stelle als Lehrer und zog 2010 mit ihr in eine Wohnung in Downtown L.A. Zendayas Mutter blieb in Oakland und arbeitete in zwei Jobs, um die Familie zu versorgen.
„Wir dachten, wir hätten den Jackpot geknackt“, sagt Ajamu über den Umzug. Dann sahen die Eltern, was Disney zahlte: ungefähr so viel, wie sie vorher zusammen als Lehrer verdient hatten. Gleichzeitig sollte Zendaya über rote Teppiche laufen und ständig unterwegs sein. „Disney macht dich berühmt, aber nicht reich. Es ist teuer, ein Star zu sein.“
Ajamu suchte deshalb Nebeneinnahmen. Ein Agent vermittelte Autogrammstunden, etwa auf Automessen oder zur Eröffnung eines Möbelhauses, oft in Kleinstädten mitten in den USA. Dorthin kamen sonst kaum Stars, und die Fans reisten von weit her an.
Einer dieser Termine führte im März 2012 nach Dubai. Zendaya, damals 15, stellte mit ihrer Serienpartnerin Bella Thorne in der Dubai Mall eigene Milchshake-Sorten vor, wie die „Gulf News“ berichtete. Ihr Vater war dabei, nach eigenen Worten „im Beschützermodus“.
Wie er seine Tochter managte
Bei Castings fiel Ajamu früh auf, dass viele Mütter jede Frage an ihr Kind selbst beantworteten. „Also lasse ich Zendaya für sich selbst sprechen“, sagte er 2013 dem „Wall Street Journal“. Bei großen Produktionen wie Disney werden nach seiner Erfahrung auch die Eltern geprüft, denn wer ein Kind bucht, muss später auch mit Mutter oder Vater klarkommen.
Er wollte, dass seine Tochter unabhängig wird und eigene Entscheidungen trifft. Die Firmen rund um ihre Karriere sollte sie eines Tages selbst führen. „Ich bin ein bisschen älter“, sagte er dazu. „Wir wissen nicht, wie lange wir für unsere Kinder da sein werden.“
Mit 16 saß Zendaya selbst mit den Chefs des Disney Channel am Tisch und verhandelte über ihre nächste Serie „K.C. Undercover“. Sie verlangte, als Produzentin beteiligt zu werden, und setzte durch, dass die Serie von einer afroamerikanischen Familie erzählt. Ihr Vater sagte 2017 der „Vogue“ dazu: „Sie hat alle Regeln gebrochen.“
„Dad, ich glaube, ich bin so weit“
Ab 18 bekam Ajamu immer mehr Widerworte von seiner Tochter. „Normalerweise feuern Kinder ihre Eltern schon mit elf oder zwölf“, sagt er. „Dann bist du nur noch Geldautomat und Chauffeur.“ Er selbst hielt durch, bis sie 18, 19 war. Lange hatte er alle Aufgaben allein übernommen. Erst später stand ein festes Team um Zendaya. Ende 2024 berichtete „Variety“, dass die Managerin Jessie Greene von Monster Talent sie seit mehr als zehn Jahren betreut.
Im Frühjahr 2024 sagte Zendaya der „Vogue“, sie sei sehr früh zur Hauptverdienerin der Familie geworden, die Rollen hätten sich dabei vertauscht. Über ihre Zeit als Kinderstar meinte sie: „Ich weiß nicht, wie viel Wahl ich hatte.“ Eine Highschool hat sie nie besucht, was sie in dem Interview bedauerte.
Die Scheidung und die älteste Tochter
Ajamu und Claire Stoermer heirateten erst 2008, zwölf Jahre nach Zendayas Geburt. Im August 2016 reichte Stoermer die Scheidung ein. Zendaya schrieb damals auf Twitter: „Meine Eltern sind schon lange nicht mehr zusammen. Ihr wusstet es nicht, weil wir so etwas für uns behalten, und sie sind immer noch Kumpels.“
Zendaya ist das einzige gemeinsame Kind der beiden. Aus der früheren Ehe ihres Vaters hat sie ältere Halbgeschwister. Ajamu selbst spricht von zwei Töchtern und zwei Söhnen, während das US-Magazin „People“ drei Schwestern und zwei Brüder nennt. Dazu kommt Latonja Coleman, sein erstes Kind. Ihre Mutter war seine Freundin aus Highschool-Zeiten.
Rund zwei Monate nachdem die Verlobung von Zendaya und Tom Holland bekannt geworden war, sprach Latonja mit der „US Sun“. Die damals 51-Jährige gab ihrem Vater die Schuld daran, dass sie keine Beziehung zu ihrer Halbschwester habe. „Ich schäme mich für meinen Vater und dafür, wie er uns großgezogen hat.“ Ajamu ließ eine Anfrage der Zeitung zunächst unbeantwortet.
Tom Holland und die Frage nach dem Segen
Im Juni 2026 bestätigte Tom Holland, dass er und Zendaya verheiratet sind. Ihre Verlobung war im Januar 2025 publik geworden. Kurz darauf berichtete das Portal TMZ, Holland habe Ajamu vor dem Antrag um Erlaubnis gefragt. Ajamu wies das gegenüber der „Daily Mail“ zurück: „Das war ein Haufen Mist von TMZ. Ich weiß nicht, wovon Sie reden.“ Wenige Tage später schrieb Hollands Vater Dominic auf seiner Patreon-Seite, sein Sohn habe mit Zendayas Vater gesprochen und dessen Erlaubnis bekommen.
Woran Kazembe Ajamu heute arbeitet
In seinem Instagram-Profil nennt Ajamu die Firma KZC Inc. und bezeichnet sich als CEO, Manager, Berater und Musikproduzent. Im Podcast spricht er über die Masterclass, die er aufbaut. Sie soll sich an Eltern richten und an alle, die in die Unterhaltungsbranche wollen. Er habe jeden Bereich des Geschäfts mitgemacht, sagt er: den Disney Channel, „Spider-Man“, „The Greatest Showman“, „Dancing with the Stars“ und die Mode.
Eltern gibt er dort unter anderem diese Ratschläge mit:
- Selbstvertrauen kommt zuerst, denn Schauspielen und Tanzen kann man lernen.
- Eltern sollen Talent fördern und dabei realistisch bleiben. Nach einer einzigen Steppstunde ist ein Kind noch kein Stepptänzer.
- Am Anfang steht ein Agent. Professionell wird es mit dem ersten Scheck, ob über 50 oder 50.000 Dollar.
- „Alles, was du jagst, läuft vor dir weg“, sagt Ajamu. Er vergleicht das mit einem Hund, der davonrennt, wenn man ihm nachläuft, und zurückkommt, wenn man umdreht.
Über sein Verhältnis zu Zendaya sagt er: „Ich bin Papa.“ Sie setze sich immer noch auf seinen Schoß und schicke ihm alberne Videos.
Auf einen Blick
| Steckbrief | Kazembe Ajamu |
|---|---|
| Geburtsname | Samuel David Coleman |
| In US-Medien | oft Kazembe Ajamu Coleman |
| Alter | Anfang 70 |
| Herkunft | Afroamerikaner, aufgewachsen in Emeryville bei Oakland, Kalifornien |
| Früherer Beruf | Sportlehrer und Basketballtrainer |
| Manager von Zendaya | von ihren ersten Modeljobs, bis sie 18, 19 war |
| Ex-Frau | Claire Stoermer, Zendayas Mutter |
| Kinder | Zendaya, Latonja Coleman und ältere Kinder aus seiner früheren Ehe |
| Schwiegersohn | Tom Holland |

