Wer ist Klara Kuntze, die Stieftochter von Gerhard Schröder?

Klara Kuntze ist die Tochter der Journalistin und SPD-Politikerin Doris Schröder-Köpf und des früheren ARD-Korrespondenten Sven Kuntze. Bekannt ist ihr Name vor allem durch ihren Stiefvater, den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Über sie selbst weiß die Öffentlichkeit dagegen wenig. Ihre Eltern verbrachten ihr Berufsleben vor einem großen Publikum.

Kurzprofil
NameKlara Kuntze
Geboren1991 in New York City
MutterDoris Schröder-Köpf, Journalistin und SPD-Politikerin
VaterSven Kuntze, ARD-Journalist und Buchautor
StiefvaterGerhard Schröder, Bundeskanzler a. D.
GeschwisterViktoria und Gregor, beide adoptiert
Bekannt fürihr zurückgezogenes Leben abseits der Öffentlichkeit


Wer ist Klara Kuntze?

Geboren wurde sie 1991 in New York. Ihr Vater arbeitete dort als ARD-Korrespondent, ihre Mutter war ihm als Journalistin in die USA gefolgt. Kurz nach der Geburt trennte sich das Paar, und Doris Köpf kehrte mit dem Kind nach Deutschland zurück.

In den meisten Berichten über die Familie steht Gerhard Schröder im Vordergrund. Dabei stammt Klara aus einer journalistischen Familie, lange bevor ihre Mutter den späteren Kanzler kennenlernte.

Die frühen Jahre in München

Nach der Rückkehr aus den USA arbeitete Doris Köpf fünf Jahre lang als Politikredakteurin beim Magazin Focus in München. Dort verbrachte Klara ihre ersten Lebensjahre, fernab von Berlin und der großen Politik.

1997 heiratete ihre Mutter den niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Ein Jahr später, im Oktober 1998, wurde Schröder Bundeskanzler. Klara war zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre alt.

Aufgewachsen im Umfeld des Kanzleramts

Mit der Heirat wurde Hannover zum Lebensmittelpunkt der Familie. Wie der Alltag aussah, lässt sich an einem Interview ablesen, das Doris Schröder-Köpf 2001 der Berliner Zeitung gab. Sie schilderte darin ihren Wochenrhythmus. Regelmäßig fuhr sie mit dem Zug von Hannover nach Berlin, wo im Kanzleramt die Post wartete und Abendveranstaltungen vorzubereiten waren. An anderen Tagen blieb sie in Hannover, organisierte den Haushalt und erledigte Post, während die Tochter nachmittags ihre Schulaufgaben machte.

Auf die Frage der Zeitung, wer sich um Klara kümmere, wenn sie in Berlin sei, antwortete sie kurz:

„Oma ist gerade da.“

In Schröders Amtszeit wuchs die Familie weiter. 2004 adoptierten Schröder und Doris Schröder-Köpf die kleine Viktoria aus einem Kinderheim in Sankt Petersburg, wie Schröder damals selbst öffentlich bestätigte. 2006 kam Gregor dazu, ebenfalls aus Russland. Auch darüber berichteten mehrere deutsche Medien. Aus dem Einzelkind war die Älteste von drei Geschwistern geworden. Klara war damals dreizehn, zwei Jahre später fünfzehn.

Der Vater, über den selten gesprochen wird

Während Klara im Umfeld des Kanzleramts aufwuchs, verfolgte ihr Vater seine eigene Karriere. Sven Kuntze, 1942 in Straßburg geboren, hatte in Tübingen Soziologie, Psychologie und Geschichte studiert, bevor er zum Fernsehen ging. Für die ARD berichtete er aus Bonn, New York und Washington. Von 1994 bis 1999 moderierte er gemeinsam mit Peter Großmann und Inka Schneider das ARD-Morgenmagazin.

Auch nach seiner Pensionierung 2007 blieb er bekannt. Für eine Reportage zog er sieben Wochen in ein Altersheim und berichtete über das Leben dort. Dafür erhielt er 2008 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Reportage. Sein Buch „Altern wie ein Gentleman“ wurde 2011 ein Spiegel-Bestseller. Als erklärter Atheist reiste er später zu Gläubigen verschiedener Religionen und fragte nach dem Glauben im Alter.

Seine Jahre in New York, in denen Klara zur Welt kam, hat Kuntze in einem eigenen Buch verarbeitet. In der Berichterstattung über seine Tochter taucht er trotzdem selten auf. Diesen Platz nimmt fast immer Gerhard Schröder ein.

Die Familie nach dem Kanzleramt

Die Familie, in der Klara aufwuchs, sieht heute anders aus als zur Zeit der Kanzlerschaft. 2015 trennten sich ihre Mutter und Gerhard Schröder, 2018 wurde die Ehe geschieden. Schröder heiratete im selben Jahr So-yeon Kim.

Ihr früherer Stiefvater steht inzwischen scharf in der Kritik. Nach seiner Kanzlerschaft übernahm Schröder Posten bei russischen Staatskonzernen wie Nord Stream, Rosneft und Gazprom. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 geriet er politisch und juristisch unter Druck.

Ihre Mutter wandte sich der Politik zu. Doris Schröder-Köpf sitzt seit 2013 für die SPD im niedersächsischen Landtag und war fast zehn Jahre lang Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe. Von 2016 bis 2022 war sie mit Boris Pistorius zusammen, der heute als Bundesverteidigungsminister Deutschlands Reaktion auf die russische Bedrohung mitverantwortet. So waren zwei Männer eng mit Klaras Familie verbunden: ihr Stiefvater und der langjährige Partner ihrer Mutter. Politisch könnten ihre Wege im Verhältnis zu Russland kaum weiter auseinanderliegen.

Klara Kuntze heute

Gesicherte Fakten über Klara Kuntze sind selten. Sie gibt keine Interviews, und ein öffentlicher Beruf ist von ihr nicht überliefert. Vieles, was im Internet über sie kursiert, stammt von Seiten ohne erkennbare Quellen und lässt sich nicht überprüfen. In seriösen deutschen Medien fällt ihr Name fast nur dann, wenn über ihre Eltern oder ihren früheren Stiefvater berichtet wird.

Belegt ist ihr Geburtsjahr 1991, heute ist sie also Mitte dreißig. Ihre Bekanntheit verdankt sie ihrem Stiefvater, dem Kanzler. Ihren Nachnamen aber trägt sie bis heute nach ihrem Vater, dem Journalisten Sven Kuntze.

Mathias Fuerst
Mathias Fuersthttps://bundestribune.de/
Mathias Fuerst ist Chefredakteur von Bundes Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

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