In den öffentlich einsehbaren Bildarchiven der großen Nachrichtenagenturen findet sich bislang nur eine einzige Aufnahme von Amelie Wnuk. Aufgenommen am 27. Mai 2024, vor dem Zoo Palast in Berlin, zur Europapremiere von „Bad Boys: Ride or Die“. Ihr Name steht dort direkt neben dem ihres Vaters, des Schauspielers Oliver Wnuk. Vor diesem Abend taucht sie in keiner Aufnahme auf, danach auch nicht wieder.
Wer sie wirklich ist, lässt sich aus keinem Interview beantworten, denn ein Interview mit ihr oder speziell über sie gibt es nicht. Was es gibt, sind einzelne Sätze aus Gesprächen ihres Vaters, die eigentlich von etwas anderem handelten.
Die wenigen gesicherten Eckdaten lassen sich schnell nennen. Sie kam vermutlich um das Jahr 2004 zur Welt, aus einer Beziehung, die vor Oliver Wnuks vierzehn Jahren mit Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld lag. Sie ist damit die ältere Halbschwester von Charlie, den Wnuk und Catterfeld 2014 bekamen. Der Name ihrer Mutter wurde nie öffentlich genannt.
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Oliver Wnuk wird fünfzig und redet über fast alles
Oliver Wnuk wurde am 28. Januar 1976 in Konstanz geboren und ist im Januar 2026 fünfzig geworden. Bekannt ist er vor allem als Ulf Steinke aus der Serie „Stromberg“, seinem Durchbruch 2004, und als Kommissar Hinnerk Feldmann, den er seit 2010 in der ZDF-Reihe „Nord Nord Mord“ spielt. Nach achtzehn Jahren in Berlin zog er 2024 an den Starnberger See.
Ende Januar 2026 erschien sein Buch „Besser wird’s nicht“ im Lappan Verlag. Seither tritt er damit an mehr als siebzig Orten im deutschsprachigen Raum auf. In einem Interview mit der ARD-Sendung Brisant, das anlässlich seines fünfzigsten Geburtstags entstand und ihn bei einem Spaziergang über den Leipziger Südfriedhof zeigt, sagte er sinngemäß: Selbst der gewünschte Kontostand oder eine neue Frau würden ihn nicht glücklicher machen, wenn er nicht sehen könne, was er bereits habe.
In Interviews redet Wnuk seit Jahren offen über sein Leben, über seine Schulzeit zum Beispiel, in der er nach eigener Beschreibung irgendwo zwischen Klassenclown und Mobbingopfer stand, oder darüber, dass er als Kind Papst werden wollte. Ein Thema bleibt dabei fast immer außen vor: seine ältere Tochter.
Was er über Amelie gesagt hat, wenn er über etwas anderes sprach
Im März 2011 erschien Oliver Wnuks erster Roman, „Wie im richtigen Film“. Der Süddeutschen Zeitung erzählte er, wie sehr die Grundkonstellation des Buches seinem eigenen Leben ähnele: „da gibt es die Exfrau, das Kind, die bekannte Freundin.“ Gefragt, ob er sich selbst erwachsen fühle, antwortete er:
„Ja. Das merke ich jedes Mal, wenn mich meine Tochter „Papa“ nennt und mir bewusst wird, was das bedeutet.“
Ein Jahr später erzählte er in einer Fernsehkolumne derselben Zeitung von seiner fernseherlosen Zeit als junger Vater: Er und seine damalige Freundin hätten den Apparat aus pädagogischen Gründen hinter den Türen eines eigens dafür gekauften, besonders hässlichen Ikea-Schranks versteckt. Aufgegeben hätten sie das Vorhaben, kaum das Baby zum ersten Mal geschrien habe.
Zehn Jahre nach dem Romaninterview, 2021, ging es in einem Gespräch mit dem evangelischen Magazin chrismon eigentlich um Drehorte, um den Unterschied zwischen Konstanz und Berlin für Kinder in seinen Drehbüchern. Mitten in diesem Gespräch kam Wnuk kurz auf seine Tochter zu sprechen:
In beiden direkten Zitaten erwähnt Wnuk seine Tochter nicht, weil nach ihr gefragt wurde. Er erwähnt sie, weil ihm gerade, mitten in einem Gedanken über etwas anderes, an sie einfällt. Ein Gespräch, das von ihr gehandelt hätte, hat er nie geführt. Zusammengenommen ergibt das eine kurze Liste, mehr nicht:
- März 2011: erste bekannte Erwähnung, in einem Interview über sein Romandebüt
- 2012: kurze Erwähnung in einer Fernsehkolumne
- Anfang 2019: Verwirrung über die Familienstruktur nach einem gemeinsamen Neujahrsfoto
- 2021: die ausführlichste Erwähnung, im chrismon-Interview
- 27. Mai 2024: bislang einziger bekannter öffentlicher Auftritt
Die Familie drumherum
Yvonne Catterfeld hat sich über die Jahre öfter zur gemeinsamen Patchwork-Familie geäußert, auch zu Amelie Wnuk, mit der sie nicht verwandt ist. Im Gespräch mit dem Konstanzer SÜDKURIER sagte sie einmal: „Amelie ist einfach das tollste Mädchen. Wir feiern zusammen Weihnachten oder fahren miteinander in den Urlaub.“ Auch Amelies Mutter sei demnach schon mit im gemeinsamen Familienurlaub gewesen.
Wnuk und Catterfeld lernten sich 2007 beim Dreh des Kinofilms „U-900″ kennen und waren bis zur Trennung an Weihnachten 2021 zusammen. Verheiratet waren sie nie. Als Catterfeld Anfang 2019 ein gemeinsames Foto zum Jahreswechsel postete, gingen einige Leser davon aus, sie habe zwei Kinder mit Wnuk. Tatsächlich ist nur Charlie, geboren am 19. April 2014, ihr gemeinsamer Sohn. Er lebt heute mit ihr und einer Katze in Berlin.
Wo Amelie lebt, was sie beruflich macht, ob sie noch zur Schule geht oder längst studiert: Nichts davon ist bekannt.
Was bleibt
Sie selbst hat sich in keinem dieser Momente zu Wort gemeldet, nicht 2011, nicht 2021, nicht bei der Premiere im Mai 2024. Was hier zusammengetragen ist, kam von ihrem Vater und, ein einziges Mal, von Yvonne Catterfeld. Seit jenem Abend vor dem Zoo Palast ist es wieder still um sie geworden.

