Otto Rehhagel ist am 9. August 88 Jahre alt geworden. Fußball-Deutschland feierte ihn wie gewohnt als Trainer, der immer allein entschied: fünf Titel mit Werder Bremen, den Bundesliga-Coup mit dem Aufsteiger Kaiserslautern und die Europameisterschaft 2004 mit Griechenland. Seine Frau Beate Rehhagel kommt in solchen Texten meist nur am Rand vor, verheiratet seit 1963, treue Begleiterin, mehr nicht. Otto Rehhagel selbst hat das in Interviews über die Jahre immer wieder anders dargestellt.
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Wie Beate Rehhagel ihren Mann kennenlernte
Beate Rehhagel wuchs im Essener Stadtteil Steele auf und arbeitete als Lehrerin. Wie sie Otto kennenlernte, erzählte sie selbst gegenüber BILD:
„Wir haben uns in der Gruga-Halle in Essen beim Schlittschuhlaufen zum ersten Mal gesehen. Ich war mit einer Clique dort, Otto mit einem Freund. Der sagte zu mir: ‚Nimm den mal an die Hand, damit auf dem Eis nichts passiert.‘ Ich dachte mir: Der sieht gut aus, ist sportlich, mit dem kann man schon mal Schlittschuhlaufen. Ja, und seitdem habe ich ihn an der Hand.“
Am 24. August 1963 spielte Otto Rehhagel für Hertha BSC sein erstes Bundesligaspiel, am ersten Spieltag der neu gegründeten Liga. Verlobt hatte er sich mit Beate noch am selben Abend.
Hochzeit 1963 und der Umzug nach Berlin
Vier Monate nach der Verlobung war Hochzeit: am 27. Dezember standesamtlich in Essen, einen Tag später kirchlich. Schon 48 Stunden danach stand Otto wieder auf dem Trainingsplatz bei Hertha BSC in Berlin, damals wurde in der Bundesliga über Weihnachten durchgespielt. Beate zog mit ihm nach Berlin und blieb bei jeder weiteren Station an seiner Seite: Bremen, München, Kaiserslautern, später Griechenland.
Jens Rehhagel: Der Sohn, mit dem niemand mehr rechnete
Zehn Jahre nach der Hochzeit, 1973, kam Sohn Jens zur Welt. Otto Rehhagel erzählte später, wie überraschend das kam: „Beate und ich haben gedacht, dass wir keinen Nachwuchs bekommen können. Und dann kam Jens. Das war das große Glück unseres Lebens.“ Jens Rehhagel spielte selbst aktiv bei Werder Bremen und in der Amateurmannschaft von Bayer Leverkusen. Später promovierte er an der Deutschen Sporthochschule Köln und leitete von 2005 bis 2016 das Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96. Anders als sein Vater blieb er dabei aus der Öffentlichkeit heraus.
Was Beate Rehhagel bei Werder Bremen wirklich entschied
Otto Rehhagel galt als Trainer, der keine Widerrede duldete. Bei einer Sache widersprach er diesem Bild selbst, immer wieder, über Jahrzehnte hinweg. Zur BILD sagte er es einmal so: „Von Finanzen hatte ich keine Ahnung. Das macht seit Anfang an Beate, und das hat immer gut geklappt.“
In Bremen reichte dieser Einfluss über die Haushaltskasse hinaus. Als der Verein 1989 den Verteidiger Manfred Bockenfeld verpflichten wollte, holte nicht Otto ihn vom Flughafen ab, sondern Beate. Sie fuhr mit ihm durch die Stadt und lud ihn zum Kaffee nach Hause ein, während Otto sich nur kurz zeigte, auf dem Sprung zum Training. Was an diesem Tag eigentlich entschieden wurde, erklärte später Mitspieler Mirko Votava. Den ersten Kontakt zu einem möglichen Neuzugang stelle immer Frau Rehhagel her, und hätte sie gesagt, ein Spieler passe nicht ins Team, wäre er nicht verpflichtet worden, egal wie gut er auf dem Platz war. Auch nach Heimspielen kam Beate Rehhagel in den Neunzigerjahren regelmäßig in die Bremer Kabine, was im Männerfußball damals höchst ungewöhnlich war. Ex-Profi Thorsten Legat erinnert sich in seiner Biografie an ihre Gelassenheit dabei: „Sie brauchen sich nicht zu schämen. So etwas sehe ich jeden Tag.“
2018 zeigte sich das noch einmal, als ein Reporter zum 80. Geburtstag in Essen anrief. Ans Telefon kam nicht Otto, sondern sie: „Mein Mann hat in seinem Leben schon so viele Dinge erzählt. Da muss er jetzt nicht auch noch was erzählen.“ Auf die Frage nach seiner Gesundheit sagte sie nur: „Sie können beruhigt sein, Otto geht es gut.“
Beate Rehhagel und die Gerüchte um die Ehe in Kaiserslautern
Der Abschied von Otto Rehhagel bei Kaiserslautern verlief im Herbst 2000 turbulent. In dieser Zeit kursierten in der Boulevardpresse Gerüchte, die Ehe der Rehhagels stehe vor dem Aus. Mehreren Berichten zufolge wurden sie gezielt von Gegnern Rehhagels im Verein gestreut. Beide wiesen das öffentlich zurück.
Im Magazin Stern nannte Beate Rehhagel damals einen klaren Grund für solche Kampagnen: Neid und Missgunst. Otto sprach im selben Gespräch von Leuten, die seit Jahren Intrigen gegen ihn vorbereitet hätten. Dreizehn Jahre später feierten die beiden in St. Moritz goldene Hochzeit, Beate laut BILD damals 72 Jahre alt, dabei nur Sohn Jens und wenige enge Freunde.
Beate Rehhagel heute: Managerin bei den Essener Chancen
Sie lebt bis heute mit Otto in dessen Heimatstadt Essen. Seit 2012 gehören beide zu den Gründungsmitgliedern der Essener Chancen, der sozialen Initiative von Rot-Weiss Essen für Kinder und Jugendliche im Essener Norden. Auf der Vereinsseite steht neben ihrem Namen ein einziges Wort zum Beruf: Managerin. Warum ihnen das Projekt wichtig ist, erklärten beide gemeinsam: Nicht alle Kinder wachsen unter guten Bedingungen auf, deshalb wolle man sie so gut es geht unterstützen.
Zuletzt zeigte sich das Paar im Oktober 2025 öffentlich, bei Ottos Aufnahme in die Hall of Fame des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, gemeinsam mit Sohn Jens und Schwiegertochter Tina. Managerin ist damit der erste Titel, der seit der Hochzeit 1963 öffentlich mit ihrem Namen verbunden ist.

