Josephine Garvey ist Rea Garveys Frau und seine Managerin

Im „Riverboat“ hat Rea Garvey erzählt, was seine Frau zu einem neuen Song gesagt hat. Josephine Garvey führt sein Management, seit er noch keinen Plattenvertrag hatte.

Am 11. September saß Rea Garvey im „Riverboat“ des MDR und erzählte von einer Songwriting-Reise nach Amerika. Stolz auf ein Stück, das dort entstanden war, spielte er es zu Hause vor. Seine Frau hörte zu und sagte: „Du bist hier nicht Elton John.“

Die Bemerkung habe sich angefühlt wie ein Messer, das sich in ihn bohre, sagte er in der Sendung. Kritik von Menschen, die man liebe, treffe am härtesten. Über ihre Art, Kritik zu äußern, sagte er außerdem: „Sie ist sehr ehrlich zu mir. Manchmal zu ehrlich, wenn sie mir ihre Meinung zu meiner Musik sagt. Ich arbeite daran, ihr zu sagen, wie sie das besser verpacken kann.“

Josephine Garvey ist seit 1999 seine Managerin und seit 2002 seine Ehefrau. Sie selbst äußert sich öffentlich selten, auch in diesem September nicht, in dem ihr Mann viel unterwegs war: Deutscher Fernsehpreis in Köln, einen Tag später eine Laudatio beim Deutschen Radiopreis in Hamburg, am 11. September das „Riverboat“, am selben Abend der Start der neuen Staffel „The Voice of Germany“.



Eine Kassette vom Bodensee

Wie sie an Reamonn geriet, hat sie 2008 der rumänischen Zeitung „Clujeanul“ erzählt.

Ende der Neunziger arbeitete sie mit Uli Kuppel zusammen. Kuppel kannte einen Schlagzeuger vom Bodensee, den alle Gomez nannten, und Gomez hatte gerade eine Band mit einem irischen Sänger gegründet. Kuppel schickte ihr die Aufnahmen. Sie habe sie gehört und gesagt, was für eine schöne Stimme der Mann habe, so ihre Schilderung. Danach fingen sie an, für die Band zu arbeiten.

Sie organisierte einen Showcase, zu dem Vertreter der Plattenfirmen kamen. Im Juni 1999 unterschrieb Reamonn bei Virgin Records. Neun Monate später erschien „Supergirl“ und stieg in Deutschland und Österreich auf Platz vier.

In der Branche arbeitete sie da schon einige Jahre. 1996 machte sie an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar Abitur und ging nach Hamburg. Bei Motor Music, dem Label von Tim Renner, war sie für Radiopromotion zuständig und betreute die Sender zwischen Saarbrücken und Bremen. Über die eigene Agentur kümmerte sie sich nach Darstellung ihres Vaters später um Künstler wie Chris de Burgh und Lionel Richie, um Hotels, Ablaufpläne, Taxis und Essen. Aus der Arbeit mit Kuppel wurde im November 2000 eine gemeinsame Firma in Berlin.

Rea Garvey war 1998 ohne Deutschkenntnisse nach Oberschwaben gezogen, verkaufte T-Shirts auf Festivals, arbeitete als Roadie und suchte seine Bandkollegen über eine Zeitungsannonce.

Aus der Arbeit wurde eine Ehe

Wie daraus ein Paar wurde, erzählte er im November 2025 der „Bunte“: „Ich musste ganz schön um sie kämpfen. Aber nach einem Monat waren wir auch in der Liebe zusammen. Die ersten drei Jahre haben wir das geheim gehalten.“

Nach ihrer eigenen Schilderung waren die beiden verlobt, bevor die erste Single erschien. Geheiratet haben sie im August 2002 in Dingle im County Kerry, nicht weit von Tralee, wo ihr Mann aufgewachsen ist.

„Supergirl“ handelt von ihr, und den Anlass hat sie selbst beschrieben. Sie war abends mit Freunden unterwegs und zu stolz, um Geld fürs Taxi zu bitten. Also lief sie allein nach Hause, durch einen Park und eine sehr dunkle Ecke. Sie komme schon allein an, habe sie gesagt, sie sei mutig genug.

Auch die zweite Reamonn-Single trägt ihren Namen. Kuppel habe ihren Mann gebeten, etwas weniger Trauriges zu schreiben, erzählte sie, und ihm sei daraufhin ihr Name eingefallen, weil er beim Gedanken an sie an eine gute Welt denke.

Im September 2022 hatte sich bei „The Voice of Germany“ ein Kandidat „Supergirl“ für seine Blind Audition ausgesucht. Rea Garvey buzzerte und sang das Lied mit ihm. Danach sagte er dem Publikum, sein Supergirl sei an diesem Abend im Saal und werde sich bestimmt verstecken, wenn er ihren Namen nenne. Dann rief er sie auf die Bühne. Sie kam kurz hoch, umarmte ihn, sagte auf Englisch „I hate you“ und ging zurück auf ihren Platz.

Steckbrief

AngabeDetails
GeburtsnameJosephine Falticska
Geboren1976 in Cluj, Rumänien (nach Angaben ihres Vaters)
BerufManagerin, Geschäftsführerin in Berlin
WohnorteBerlin und Hadamar in Hessen
Verheiratetseit August 2002 mit Rea Garvey
KinderTochter Aamor (2005) und ein zweites Kind, zu dem die Familie weder Namen noch Geschlecht nennt

Was in Berlin unter ihrem Namen läuft

In der Dresdener Straße 109 in Berlin sitzt die Jewel Management GmbH & Co. KG. Geführt wird sie über die Jewel Verwaltungs GmbH, deren Geschäftsführerin laut Impressum Josephine Garvey ist. Im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg steht die Gesellschaft unter HRB 89750 B.

Unter derselben Adresse sind das Label Jewel Records und der Musikverlag Green Publishing gemeldet, den Rea Garvey 2011 gegründet hat. Über diese Firmen laufen sein Management, die Verlagsrechte an seinen Songs, der Online-Shop und die Website reagarvey.com.

Zu den Kunden der Agentur zählten über die Jahre auch Anna Loos, Silly und In Extremo. In der „Bunte“ nannte ihr Mann sie „eine supererfolgreiche Geschäftsfrau“.

Von Cluj nach Hadamar

Die Frau, die diese Firmen führt, ist gebürtige Rumänin und kam 1986 als Zehnjährige nach Deutschland.

Geboren wurde sie 1976 in Cluj, als Tochter des Musikers Jakob Falticska und der Ballerina Rodica Băjenaru. Ihr Vater stammt aus Oberwischau im Norden Rumäniens und gehört nach eigenen Angaben der deutschen Minderheit der Zipser an. Über den Wehrdienst kam er Anfang der Siebziger zum Armeeensemble nach Cluj, wo er seine spätere Frau kennenlernte.

1984 floh er nach eigener Darstellung über Ungarn und Österreich und meldete sich in Nürnberg als Flüchtling. Seine Frau verlor daraufhin in Cluj ihre Stelle, weil ihr Mann als Landesverräter galt. Mutter und Tochter wohnten anderthalb Jahre beim Großvater, der eine Schneiderei betrieb.

1986 durften sie nachkommen. Als sie in der dritten Klasse war, sei sie zu ihrem Vater nach Deutschland gegangen, erzählte sie dem „Clujeanul“. Es folgten ein Lager bei Wiesbaden und eine Schule für Zugewanderte, danach die Gegend um Hadamar, wo ihr Vater als Vorarbeiter Arbeit fand.

Aus der Schulzeit dort erzählt ihr Vater, seine Tochter sei zur Schülersprecherin gewählt worden. Wenn ein Mitschüler eine schlechte Note bekommen habe, sei sie zum Lehrer gegangen und habe gefragt, warum.

Die Tochter steht bei ihr unter Vertrag

Aamor, 2005 geboren, studiert und ist als Künstlerin bei der Firma ihrer Mutter unter Vertrag. 2024 sang sie auf dem Album „Halo“ mit, unter anderem im Duett „I Give Up, I Love You“. Im November 2025 kam sie mit beiden Eltern zur Bambi-Verleihung nach München.

Ob sie die Musik zum Beruf macht, ist offen. „Aamor ist jetzt eine Frau und ich bin der erste, der sagt: Du bist jetzt eine Frau, du triffst deine eigenen Entscheidungen“, sagte ihr Vater Mitte September. Über sich selbst sagte er im selben Gespräch: „Ich rede sehr gerne, aber bei ihr habe ich gelernt zuzuhören.“

Selten im Vordergrund

Zum Interview mit der „Bunte“ im vergangenen November kam seine Frau mit, wollte aber im Hintergrund bleiben. Über die Ehe sagte sie dort: „Der Humor verbindet uns sehr. Wir haben den gleichen. Als Ire muss man Humor haben, es regnet dort ja immer.“

Mathias Fuerst
Mathias Fuersthttps://bundestribune.de/
Mathias Fuerst ist Chefredakteur von Bundes Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

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