Mit zwölf sprach sie in Washington vor der Preisverleihung an Greta Thunberg. Mit 18 wurde sie bei einer Bibliotheksbesetzung an der Columbia University festgenommen. Was danach mit ihr geschah, hat die Universität nie mitgeteilt. Eine Klage von drei Mitstudierenden beschreibt jetzt, wie der Einsatz damals ablief.
Inhaltsverzeichnis
Zur Person
- Geboren am 3. Oktober 2006 in New York
- Eltern: die Schauspielerin Maggie Gyllenhaal und der Schauspieler Peter Sarsgaard, verheiratet seit Mai 2009
- Schwester: Gloria Ray Sarsgaard, geboren 2012
- Onkel: der Schauspieler Jake Gyllenhaal
- Studium: Columbia College in New York
Als Ramona Sarsgaard im September 2019 in Washington ans Rednerpult trat, stand ihre Mutter hinter ihr auf der Bühne. Wenige Minuten später bekam Greta Thunberg an derselben Stelle den Ambassador of Conscience Award, die höchste Auszeichnung von Amnesty International. Die Tochter der Schauspielerin Maggie Gyllenhaal war damals zwölf. Sie sagte, ein Kind sollte eine solche Verantwortung eigentlich nicht tragen müssen, und wer etwas verändern wolle, dürfe nicht so tun, als sei alles in Ordnung.
Kurz darauf sagte Gyllenhaal dem Magazin People, ihre ältere Tochter habe die Familie zum Klimaprotest gebracht. Das Kind könne, wie viele andere, die bedrohliche Lage nicht aus dem Kopf schieben. Bei ihr selbst habe es gedauert.

Ein Haushalt, in dem über Politik gesprochen wurde
Im Sommer 2014 äußerte sich Gyllenhaal in zwei Interviews zu genau dieser Frage. Dem Guardian sagte sie, politisches Engagement sei ihr sehr wichtig, ihre Eltern seien ihr Leben lang politisch und radikal gewesen. Im selben Gespräch kam sie auf die Fotografen vor der Haustür zu sprechen. Ihre Tochter finde das beängstigend.
Das Magazin TIME fragte sie, ob sie im Nahostkonflikt Partei ergreife. Sie drehte damals die BBC-Serie „The Honourable Woman“, die davon handelt. Gyllenhaal antwortete, sie versuche, ihre persönliche Politik aus der Presse herauszuhalten. Als junge Frau habe sie geglaubt, es sei ihre Aufgabe, aufzustehen und laut zu sagen, was sie denke. Inzwischen sehe sie das anders. Wenn sie das Denken eines Menschen auch nur ein wenig öffnen wolle, bringe es nichts, zu schreien.
Der 7. Mai 2025 in der Butler Library
An diesem Mittwochnachmittag versammelten sich nach Angaben der Studierendenzeitung Columbia Spectator mehr als 100 propalästinensische Demonstranten im Lesesaal 301 der Butler Library. Sie hängten ein Banner mit der Aufschrift „Strike for Gaza“ auf und verteilten Flugblätter mit der Forderung, die Universität solle ihr Geld aus Fonds und Unternehmen abziehen, die am israelischen Krieg in Gaza verdienen. Den Raum benannten sie nach Basel al-Araj, einem Palästinenser, der 2017 bei einem Schusswechsel mit israelischen Sicherheitskräften starb.
Der Sicherheitsdienst blockierte die Ausgänge und stellte eine Bedingung. Wer seinen Studierendenausweis einlas, durfte gehen. Wer blieb und sich nicht auswies, dem drohte die Festnahme. Zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurden verletzt, als eine Menschenmenge versuchte, sich gewaltsam Zutritt zum Gebäude zu verschaffen. Am Abend ließ die damals amtierende Universitätspräsidentin Claire Shipman die New Yorker Polizei anrücken. Sie nahm 78 Menschen fest.
Eine davon war Ramona Sarsgaard, 18 Jahre alt und im ersten Studienjahr am Columbia College, an dem auch ihre Mutter studiert hatte. Sie erhielt eine Vorladung wegen Hausfriedensbruchs. Vier studentische Journalisten von Spectator und dem Campussender WKCR hatten sich mit Presseausweis zu erkennen gegeben, ihren Ausweis eingelesen und den Raum verlassen. Suspendiert wurden sie trotzdem, drei davon von der Partnerhochschule Barnard.
Strafen, die Columbia nie einzeln benannt hat
Am 21. Juli 2025 teilte die Universität in einer öffentlichen Erklärung mit, wie der zuständige Disziplinarausschuss entschieden hatte: Bewährung, Suspendierungen zwischen einem und drei Jahren, aberkannte Abschlüsse, in einzelnen Fällen Exmatrikulation. Namen nannte Columbia nicht. Individuelle Disziplinarergebnisse veröffentliche man grundsätzlich nicht, hieß es. Studierende, die nach einer Suspendierung zurückkehren wollten, mussten nach Darstellung der Gruppe Columbia University Apartheid Divest eine Entschuldigung einreichen. Einige kündigten an, das abzulehnen.
Ob die damals 18-Jährige suspendiert, exmatrikuliert oder gar nicht bestraft wurde, ist bis heute nicht bekannt. Reportern, die vor dem Haus der Familie in Brooklyn warteten, sagte Peter Sarsgaard, er habe dazu nichts zu sagen. Auch ihr Großvater, der Regisseur Stephen Gyllenhaal, wollte sich nicht äußern. Von ihr selbst gibt es keinen einzigen Satz zu dem Vorfall.
Was eine Klage über den Einsatz sagt
Am 18. September 2026 reichten drei Studierende vor einem New Yorker Bundesgericht eine Sammelklage gegen die Universität ein. Sie schildern darin, Sicherheitskräfte hätten rund 80 Menschen stundenlang im Lesesaal festgehalten und einige von ihnen geschlagen. Als ein Feueralarm losging, sollen Mitarbeiter die Türen mit Handschellen zugehalten haben. Die späteren Strafen führen die Kläger auf den Druck der Regierung Trump zurück, die Columbia zuvor Fördergelder von 400 Millionen Dollar gestrichen hatte. Eine Sprecherin der Universität verteidigte das Vorgehen des Sicherheitsdienstes. Maggie Gyllenhaals Tochter gehört nicht zu den drei Klägern.
Der Auftritt in „The Bride!“
Im Februar 2026 berichtete Entertainment Weekly, dass beide Töchter in Gyllenhaals zweitem Spielfilm zu sehen sind. Die Ältere habe lange ernsthaft getanzt und stehe deshalb bei den Tänzerinnen, sagte die Regisseurin. Die jüngere Gloria sitzt am Schluss auf einer Bar. Beim Dreh war sie elf, der Film entstand also vor der Festnahme ihrer Schwester. Neben den Töchtern besetzte Gyllenhaal ihren Mann und ihren Bruder Jake Gyllenhaal.
Es war das zweite Mal, dass die Regisseurin ihrer ältesten Tochter Anteil an ihrer Arbeit gab. Bei den Gotham Awards im November 2021, Ramona saß im Publikum, dankte sie ihr auf der Bühne: Ohne sie hätte sie nicht gewusst, wie sie das Drehbuch zu „The Lost Daughter“ schreiben solle.
„The Bride! – Es lebe die Braut“ kam am 5. März 2026 in die deutschen Kinos und läuft inzwischen bei HBO Max, leihen kann man ihn unter anderem bei Prime Video und Apple TV. Zur Weltpremiere in London am 26. Februar 2026 erschien die 19-Jährige neben ihren Eltern auf dem roten Teppich, sie und ihre Mutter beide in Schwarz.

Wo Maggie Gyllenhaals Tochter heute steht
Zuletzt fotografiert wurde sie am 4. September 2026 auf der Tribüne der US Open in New York, neben ihrem Vater und ihrer Schwester. Schon 2014 hatten Fotografen sie dort mit Peter Sarsgaard aufgenommen, damals war sie sieben. Ob sie noch an der Columbia studiert, hat niemand gesagt.

