Gassmanns Frau Sabrina Knaflitz steht wieder auf der Bühne

Die italienische Schauspielerin Sabrina Knaflitz, seit 1998 mit Alessandro Gassmann verheiratet und Mutter des Sängers Leo Gassmann, kehrt am 13. November in Bologna als Teresa auf die Bühne zurück. Bis zum 19. Dezember folgen Rom, Orsogna und Monopoli. Die Idee für das Bühnenbild hatte ihr Mann.

„Carta straccia“ von Mario Gelardi ist im Rom des Jahres 1968 angesiedelt. Teresa und ihr Bruder Agostino haben sich in ihre kleine Werkstatt für handgemachtes Papier zurückgezogen, während draußen die Welt in Aufruhr ist. Dann taucht ihr Neffe Remo auf, ein Verführer, der ihre Einsamkeit ausnutzt. Den Agostino spielt der Schauspieler und Fernsehmoderator Pino Strabioli, der auch Regie führt.

Ihre Teresa sei „eine fantasievolle Frau, aber gezeichnet von der Last eines schwierigen Lebens“, sagte Knaflitz im Mai der Tageszeitung Il Messaggero. Das Jahr 1968 verbindet sie mit der Gegenwart. Auch heute erlebe man eine Zeit großer Unruhe und müsse sich mehr Gehör verschaffen. Ihr Mann melde sich gegen Ungerechtigkeiten zu Wort, wann immer er könne. „Mich erkennt man nicht so leicht wie ihn. Deshalb kann ich es mir auch erlauben, demonstrieren zu gehen.“

„Ein sehr elegantes Ambiente“, sagte sie über das Bühnenbild, das auf ihren Mann zurückgeht, „das ist ein bisschen seine Handschrift.“ Die Teresa hat sie im März schon in Sorrent gespielt, im Mai in Rom.



Woher der Name Knaflitz kommt

Knaflitz ist in Rom geboren und hat immer dort gelebt. Den Nachnamen hat sie von ihrem Vater, einem Piemontesen mit österreichischen Wurzeln. „Meine Herkunft ist österreichisch, das merkt man am Nachnamen“, hat sie einmal erklärt. Deutsch spricht sie nach Angaben ihrer Agentur gut, ebenso Französisch, Englisch fließend.

Ihre erste Filmrolle hatte sie 1987 in Mario Monicellis Komödie „I picari“, auf Deutsch „Vagabunden wie wir“. Mit zwanzig spielte sie beim Regisseur Memé Perlini Theater. „Ich war noch ein Mädchen“, erzählte sie dem Portal Virgilio, „trotzdem habe ich mich dort sofort zu Hause gefühlt.“ Anfang der Neunzigerjahre war sie auch im deutschen Fernsehen zu sehen. In der Jugendserie „Alpen-Internat“, die das ZDF zusammen mit dem Schweizer Fernsehen und dem französischen Sender Antenne 2 produzierte, spielte sie die Raffaella.

Steckbrief

Geboren25. November 1968 in Rom (laut italienischen Medien)
EhemannAlessandro Gassmann, verheiratet seit 1998
SohnLeo Gassmann (geboren 1998), Sänger und Schauspieler
Filme (Auswahl)„Vagabunden wie wir“ (1987), „I laureati“ (1995), „In den Fängen der Mafia“
Fernsehen„Alpen-Internat“ (ZDF)
Theater (Auswahl)„Camper“ (1994), „Richard III.“ (2013), „Ubi Maior“ (2025), „Carta straccia“

Knaflitz und Gassmann: seit 1993 ein Paar

Alessandro Gassmann hat mehrfach erzählt, wie er seine spätere Frau 1993 kennenlernte. Er war ins Theater gegangen, um den Schauspieler Gianmarco Tognazzi zu sehen. „Neben mir saß eine Freundin von ihm, Sabrina. Nach dem Theater gingen wir zusammen essen und haben uns nicht mehr getrennt.“

Fünf Jahre später heirateten die beiden in der Toskana, im kleinen Kreis und im Beisein von Alessandros Vater, dem Schauspieler Vittorio Gassman, der seinen Namen mit einem n schrieb. Leo, ihr einziges Kind, kam im November desselben Jahres zur Welt.

Warum sie vor allem Theater spielt

„Ich habe einige Filme gemacht. Als Leo kam, habe ich mich entschieden, die Mutterschaft zu genießen, und mit dem Theater war das einfacher“, sagte Knaflitz im Dezember 2025 dem Corriere Adriatico. Ihr Mann wird in der Vanity Fair Italia mit dem Satz zitiert, sie habe sich lange aus der Arbeit herausgenommen, um die Familie und ihn zu unterstützen.

„Ich habe weiter das gemacht, was ich liebe. Jetzt würde ich aber gern wieder den einen oder anderen Film drehen, wenn ich die passende Rolle fände“, sagte sie im selben Gespräch. Als Regisseure, mit denen sie arbeiten möchte, nannte sie in einem anderen Interview unter anderem den Oscarpreisträger Paolo Sorrentino und Paola Cortellesi.

Wenn ein Gassmann mit ihr auf der Bühne steht

Mit ihrem Mann spielt sie selten. „Wir haben großen Respekt voreinander und schaffen keine künstlichen Anlässe, nur um zusammenzuarbeiten“, sagte sie im Mai. Das komme nur vor, wenn eine Rolle zu ihr passe. Oft wird sie zuerst als Ehefrau von Alessandro Gassmann vorgestellt. Dieses Etikett nannte sie gegenüber Virgilio „eine banale Falle“.

Im Sommer 1994 stand sie mit drei Mitgliedern der Familie zugleich auf der Bühne. Vittorio Gassman hatte die Komödie „Camper“ geschrieben, die am 30. Juni beim Festival in Spoleto uraufgeführt wurde. Er spielte selbst mit, Alessandro hatte die Hauptrolle, sein Halbbruder Jacopo eine kleine Nebenrolle. Knaflitz gehörte ebenfalls zum Ensemble. Die linke Tageszeitung L’Unità stellte sie damals als „im wirklichen Leben die Freundin von Alessandro“ vor.

Fast zwanzig Jahre später, 2013, besetzte Alessandro Gassmann sie in seiner Inszenierung von Shakespeares „Richard III.“ als Lady Anna. Er führte Regie und spielte den König, der Annas Ehemann ermordet hat. Im April 2026 schrieb er auf Instagram, er habe seine Frau in diesem Stück 274 Mal getötet, jeden Tag außer montags, samstags manchmal zweimal. Sein Beitrag endet mit „PS: Meiner Frau geht es gut“. Knaflitz erinnert sich an eine Szene, in der Anna ihm ins Gesicht spuckt: „In diesem Moment gab es Alessandro nicht mehr. Vor mir stand Richard III.“

Mit Leo spielte sie 2025 zum ersten Mal zusammen. Auf die Idee seien sie selbst nie gekommen, sagte sie der Nachrichtenagentur ANSA. Der Regisseur Enrico Maria Lamanna habe sie gefragt, warum sie nicht etwas gemeinsam machten. Aus mehreren Vorschlägen wählten sie die Komödie „Ubi Maior“, die im Juli 2025 in Ligurien Premiere hatte. Für Leo war es das erste Theaterstück. Er spielte Tito, einen jungen Olympiasieger im Fechten, sie dessen Mutter Lorena. Gegenüber Virgilio lobte sie ihren Sohn als Kollegen: „Leo hat hart gearbeitet und seinen Tito mit großem Ernst aufgebaut. Er ist ein neugieriger, disziplinierter Schauspieler, und das macht mich sehr stolz.“

Ende November 2025 gastierte das Stück in der Hauptstadt. Am 30. November, dem letzten Spieltag dort, wurde bekannt, dass Leo im Februar beim Festival von Sanremo singen würde, dem bekanntesten Musikwettbewerb Italiens. Festivalleiter Carlo Conti las die 30 Namen im Fernsehen vor. „Ich habe seinen Namen in der Liste gehört“, sagte Knaflitz eine Woche später dem Corriere Adriatico. „Ich weiß, wie wichtig ihm das ist.“

Die Tournee endete im Januar 2026. Sie sei dankbar, die Bühne mit ihrem Sohn geteilt zu haben, schrieb Knaflitz danach auf Instagram. Nach dem Festival in Sanremo hieß es dort: „Es waren glückliche Tage, die für immer in meinem Herzen bleiben.“ Zu seinen Konzerten gehe sie immer, erzählte sie im Mai. Das gemeinsame Stück ruhe vorerst, weil Leo musikalisch sehr eingespannt sei.

„Carta straccia“: Termine bis Dezember

DatumOrtTheater
13. November 2026BolognaTeatro Dehon
26. bis 29. November 2026RomTeatro Vittoria
12. Dezember 2026Orsogna (Abruzzen)Teatro Camillo De Nardis
19. Dezember 2026Monopoli (Apulien)Teatro Radar

Karten für das Teatro Vittoria gibt es über Vivaticket.

Mathias Fuerst
Mathias Fuersthttps://bundestribune.de/
Mathias Fuerst ist Chefredakteur von Bundes Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

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