Der Theaterregisseur Tobias Materna und die Schauspielerin ChrisTine Urspruch haben 2007 geheiratet und sich 2014 getrennt. Urspruch spielt im „Tatort“ aus Münster die Rechtsmedizinerin Silke Haller. Gemeinsam hat das Paar eine Tochter, Lilo. Die Trennung behielten Materna und Urspruch zwei Jahre lang für sich, bis er sie im Sommer 2016 selbst öffentlich machte.
Zwei seiner Inszenierungen stehen in diesem Herbst am Neuen Theater Halle auf dem Spielplan. Ab dem 30. September läuft dort wieder „Sein oder Nichtsein“, eine Komödie nach Ernst Lubitschs Film. Am 20. November folgt die Premiere der „Olsenbande“.
| Steckbrief | Tobias Materna |
|---|---|
| Beruf | Regisseur für Schauspiel, Oper, Operette und Musical |
| Geboren | 1971 in Tübingen |
| Größe | 1,80 Meter |
| Tochter | Lilo, geboren 2004 |
| Auszeichnung | Operettenfrosch von BR Klassik für die beste Operetteninszenierung 2017 |
Inhaltsverzeichnis
Kennengelernt bei „Hamlet“ in Bonn
Am Schauspiel Bonn inszenierte András Fricsay 1997 den „Hamlet“ mit Urspruch als Ophelia. Materna arbeitete dort als Regieassistent. Bei dieser Produktion lernten sich die beiden kennen.
Für ihn war es das erste Jahr zurück am Theater. Nach dem Abitur hatte er an verschiedenen Häusern als Regieassistent und als Assistent der Intendanz gearbeitet. Danach wechselte er zum Fernsehsender Premiere, dem heutigen Sky, und war dort Volontär und Redakteur.
Ein Paar wurden Materna und Urspruch 2002, als er in Bonn bereits eigene Inszenierungen herausbrachte. Zwei Jahre später kam ihre Tochter Lilo zur Welt.
Geheiratet haben sie in aller Stille. Jeder behielt seinen Nachnamen, und in Medienberichten taucht die Tochter bis heute mal als Lilo Urspruch, mal als Lilo Materna auf. Öffentlich wurde die Hochzeit erst drei Jahre später, als Urspruch der Zeitschrift „Frau im Spiegel“ davon erzählte. „Wir wollten warten, bis unsere Tochter Blumen streuen kann“, sagte sie. „Und prompt bekam ich von ihr einen riesigen Sonnenblumenkopf auf das Kleid geschleudert, sodass es mich fast umgehauen hat.“
Zweimal Regie bei der eigenen Frau
Am Vorarlberger Landestheater in Bregenz führte Materna zweimal bei seiner Frau Regie. 2011 spielte sie dort die Krankenschwester Annie Wilkes in Stephen Kings „Misery“, 2013 die Olivia in Shakespeares „Was ihr wollt“.
Von Wangen im Allgäu, wo die Familie seit 2008 lebte, sind es rund 25 Kilometer bis Bregenz. Materna arbeitete damals als freier Regisseur, nachdem er von 2003 bis 2008 Hausregisseur am Hessischen Staatstheater Wiesbaden gewesen war. 2013 fuhren die beiden gemeinsam zu den Proben.
„Mit jedem Kilometer, den wir uns dem Theater nähern, lassen wir das Private zurück.“
ChrisTine Urspruch 2013 zum „St. Galler Tagblatt“
Ihr Mann wisse, dass er sie weder bevorzugen noch vernachlässigen dürfe, sagte sie in dem Interview. „Aber das macht er sehr gut.“ Auf die Frage, ob sie auf der Probe einfach tue, was der Regisseur sagt, scherzte sie: „Ich gebe ihm das Gefühl, dass er auch etwas zu sagen hat.“ Ernster fügte sie hinzu: „Wir wissen, was der andere meint, kennen die kleinen Zeichen.“ Aneinandergerasselt seien sie bisher noch nicht.
Der Sommer 2016 in Wangen
2015 übernahm Materna die künstlerische Leitung der Festspiele Wangen, des Sommertheaters im Zunftwinkel der Altstadt. Er und Urspruch lebten zu diesem Zeitpunkt bereits getrennt. Noch im Februar 2016 ließen sie sich beim Empfang des Medienboards in Berlin gemeinsam fotografieren.
Im Juli 2016 wandte sich Materna an die Presse. Einem Allgäuer Nachrichtenportal sagte er:
„Wir wollten das eigentlich als Privatsache behandeln. Da Medien aber nach wie vor als Paar über uns berichten, möchte ich die Angelegenheit klarstellen.“
Im selben Sommer begann seine zweite Festspielsaison. Zum Probenstart sagte er, im Team wachse „so etwas wie eine Festspielfamilie“ zusammen. Für die Abendvorstellungen hatte er schon im Februar Edward Albees Ehedrama „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ angekündigt, nach eigenen Worten bewusst als Gegensatz zur Komödie des Vorjahres. „Es wird einfach spannend, ob unser Publikum auch die Virginia Woolf sehen will“, sagte er vor der Saison. Die Premiere war ausverkauft.
Im Oktober 2016 bestätigte Urspruch der „Bild“ die Trennung knapp: „Wir leben seit zwei Jahren getrennt. Aber mehr möchte ich nicht dazu sagen.“ Materna sagte der Zeitschrift „Das Neue Blatt“: „Es gibt keinen bestimmten Grund. Wir haben uns einfach auseinandergelebt und uns in gegenseitigem Einvernehmen getrennt.“ Über Lilo sagte er: „Uns und auch Lilo war wichtig, dass wir nach wie vor ihre Eltern bleiben und gemeinsam für sie da sind.“
Ein Jahr später wurde Urspruch in einem Interview mit der „Bunte“ deutlicher. Ihren Exmann habe es gestört, dass sie so oft angesprochen worden sei:
„Stellen Sie sich vor, jemand Fremdes knallt Ihnen die Kamera in die Hand und sagt: ‚Jetzt machen Sie mal ein Foto von mir und Ihrer Frau.‘ Ich glaube, er wollte mich schützen. Ich hingegen habe immer versucht, ihn miteinzubeziehen.“
Wie es nach der Trennung weiterging
Den Alltag mit der Tochter organisierten die Eltern nach der Trennung gemeinsam. „Natürlich gab es Lilos Vater, und ich hatte zwei Kindermädchen, die regelmäßig da waren“, erzählte Urspruch 2023 der „Bild“. „Mit Kalender in der Hand haben wir uns abgestimmt, wer wann bei Lilo ist.“
Ob Materna eine neue Partnerin hat, ist nicht bekannt. In seinen Interviews und auf seiner Facebookseite geht es um seine Inszenierungen.
Lilo selbst saß im Mai 2026 mit ihrer Mutter in der NDR Talk Show. Sie erzählte, dass sie aus Wangen nach Berlin gezogen ist und sich an Schauspielschulen bewerben will.
Was Materna inszeniert
Die Liste auf seiner eigenen Website beginnt 1992 mit einer szenischen Lesung am Düsseldorfer Schauspielhaus. In den vergangenen Jahren hat er sich zunehmend dem Musiktheater zugewandt. Zwischen seinen beiden Wangener Sommern inszenierte er an verschiedenen Häusern Operetten wie „Ball im Savoy“ und „Eine Nacht in Venedig“. „Operette ist wieder schwer im Kommen“, sagte er 2016.
Seine Inszenierung von Erich Wolfgang Korngolds „Die stumme Serenade“ am Landestheater Coburg wählte der Radiosender BR Klassik zur besten Operetteninszenierung des Jahres 2017. Bei der Übergabe des Preises, des Operettenfroschs, sang ihm das Coburger Ensemble im März 2018 ein Geburtstagsständchen.
2022 inszenierte er bei den Eutiner Festspielen das Musical „Ein Käfig voller Narren“. Als Zaza stand Uwe Kröger auf der Bühne, nach Maternas Worten auf eigenen Wunsch. An dem Stück reize ihn, „aufzuzeigen, dass es völlig egal ist, welches Geschlecht sich zu welchem hingezogen fühlt“, sagte Materna vor der Premiere. Das Kulturportal IOCO schrieb nach einer Aufführung, er habe das Stück „mit viel Tempo und Temperament“ auf die Naturbühne gebracht.
Ein Jahr später folgte seine erste Arbeit am Saarländischen Staatstheater, das Rockmusical „Hedwig and the Angry Inch“. Das Magazin saartext schrieb, Materna inszeniere es „anzüglich, affektiert und immer ein bisschen drüber“. Dadurch wirkten die stillen, nachdenklichen Momente umso stärker, urteilte der Kritiker.
In Halle gab er im September 2025 sein Debüt mit „Sein oder Nichtsein“. Das Theater kündigte ihn als Komödienspezialisten an. Die Komödie handelt von einer Warschauer Schauspieltruppe, die sich unter deutscher Besatzung als Nazis verkleidet. Materna hatte sie bereits 2010 in Coburg inszeniert.
Als Nächstes bringt er in Halle „Die Olsenbande“ heraus, eine Bühnenfassung nach den Filmen von Erik Balling und Henning Bahs über den Ganoven Egon Olsen und seine Kumpane. In seiner Ankündigung verweist das Theater auf die Millionen Zuschauer, die den Olsens über Jahrzehnte die Treue hielten. Premiere ist am 20. November.

