42 Millimeter sind nicht immer 42 Millimeter

Apple hat die Befestigung seiner Uhrenarmbänder seit 2015 nicht angetastet. Elf Jahre und mehrere Gehäusegenerationen später sitzt derselbe Schlitten an der Uhr. In einer Branche, die Anschlüsse alle paar Jahre austauscht, ist das eine Seltenheit.

Trotzdem führt ausgerechnet die Größenangabe regelmäßig zu Fehlkäufen. Betroffen sind vor allem Käufer, die von einer älteren Uhr auf ein aktuelles Modell wechseln und ihre vorhandenen Bänder mitnehmen wollen. Der Grund liegt nicht am Anschluss. Er liegt an einer Zahl, die es zweimal gibt.

Es gibt nur zwei Größenfamilien

Armbänder für die Apple Watch sind nicht nach Modell sortiert, sondern nach Gehäusebreite. Daraus ergeben sich zwei Gruppen.

Die kleine Familie umfasst 38, 40, 41 und 42 Millimeter. Die große Familie umfasst 42, 44, 45, 46 und 49 Millimeter. Innerhalb einer Gruppe sind die Bänder untereinander austauschbar. Ein Band für 40 Millimeter passt auf 41. Ein Band für 44 passt auf 46 und auf jede Ultra.

Die Ultra-Modelle sitzen seit 2022 unverändert bei 49 Millimetern und damit am oberen Ende der großen Familie. Wer ein Ersatzarmband für die Apple Watch Ultra 4 sucht, sucht also im selben Regal wie jemand mit einer 44er Series 6. Wer eine Sammlung besitzt, nimmt sie beim Gerätewechsel einfach mit.

Was nicht funktioniert, ist das Mischen der beiden Gruppen.

Warum ausgerechnet 42 doppelt vorkommt

Die Series 1, 2 und 3 hatten ein 42-Millimeter-Gehäuse. Das gehört zur großen Familie, zusammen mit 44, 45 und 46.

Die Series 10 und 11 haben ebenfalls ein 42-Millimeter-Gehäuse. Das gehört zur kleinen Familie, zusammen mit 38, 40 und 41.

Beide heißen 42. Beide brauchen unterschiedliche Bänder. Ein Lederarmband von einer Series 3 passt nicht auf eine Series 11, obwohl auf beiden Verpackungen dieselbe Zahl steht.

Das erklärt, warum Angebotstexte mit dem Hinweis „passend für 42 mm“ regelmäßig in die Irre führen. Die entscheidende Rückfrage lautet immer, um welche Series es geht. Bei den Suchanfragen schlägt sich die Unsicherheit nieder. Auswertungen von Suchvolumen zeigen rund 250 Anfragen pro Monat allein zur passenden Armbandgröße, ohne dass ein Modell dazugeschrieben wird.

Das Gehäusematerial spielt dabei keine Rolle. Aluminium, Edelstahl und Titan haben identische Anschlussmaße. Nur die Breite zählt.

Der Schlitten ist seit 2015 unverändert

Über ein neues Befestigungssystem wird seit Jahren berichtet. Magnetische Bänder, ein flacheres Gehäuse, ein Bruch mit dem Bestand. Vor der diesjährigen Vorstellung rechnete der Bloomberg-Journalist Mark Gurman weder für die Series 12 noch für die Ultra 4 mit einem umfassenden Redesign. Andere Berichte verschieben den Umbau auf 2027 oder später.

Verlässlich ist keine dieser Angaben. Dasselbe Redesign geistert in wechselnden Ausprägungen seit 2023 durch die Gerüchteküche.

Der wirtschaftliche Grund dafür liegt auf der Hand und wird in den Berichten auch genannt. Nach elf Jahren liegt in den Haushalten ein erheblicher Bestand an Bändern, der bei einem Anschlusswechsel auf einen Schlag wertlos würde. Solange Apple diese Kompatibilität nicht aufgeben will, bleibt der Schlitten, wie er ist.

Woran sich die Größe ablesen lässt

Die Gehäusegröße steht nicht auf der Uhr. Wer sie nachsehen will, öffnet auf dem iPhone die Watch-App, geht auf „Meine Uhr“, dann auf „Allgemein“ und „Info“. Dort steht die Modellbezeichnung. Alternativ ist die Größe auf der Innenseite der Originalverpackung angegeben.

Beim Kauf einer neuen Uhr lohnt sich dieser Blick doppelt. Apple bietet die Series seit der zehnten Generation in zwei Gehäusemaßen an, und wer vom kleineren auf das größere wechselt oder umgekehrt, wechselt die Familie. Armbänder zur Apple Watch 12 richten sich deshalb nach dem gewählten Gehäuse und nicht nach der Generation.

Eine Besonderheit gilt für die Bänder, die Apple eigens für die Ultra entworfen hat. Trail Loop, Alpine Loop und das Ocean Armband sind auf das 49-Millimeter-Gehäuse ausgelegt, passen laut Herstellerangaben aber auch auf 44 und 45 Millimeter. In die kleine Familie kommen sie nicht.

Wer ein Band aus der falschen Gruppe zu Hause hat, muss es nicht wegwerfen. Innerhalb der eigenen Familie bleibt es über Jahre brauchbar und lässt sich mit einer älteren Uhr weitergeben.

Wer heute bestellt, notiert sich am besten die Gehäusebreite in Millimetern statt des Modellnamens. Diese Zahl gilt über Generationen hinweg.

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