Helgardt Hella Ruthardt: Wer sie ist und was aus ihr wurde

Hella Ruthardt war Journalistin und 42 Jahre lang mit dem Schauspieler Horst Janson verheiratet. Seit September 2024 lebte sie von Sozialhilfe, nach seinem Tod im Januar 2025 verlor sie auch ihr Zuhause in Grünwald bei München und zog in eine Einzimmerwohnung um. 2011, als die Familie kurz vor dem Nichts stand, hatte sie staatliche Hilfe noch abgelehnt.



Wer ist Hella Ruthardt?

Helgardt Hella Ruthardt wurde 1948 geboren und arbeitete als Journalistin. Über ihre Berufsjahre baute sie sich eine eigene Rentenanwartschaft beim Presseversorgungswerk auf, dem Zusatzversorgungsfonds der deutschen Pressewirtschaft. 1982 heiratete sie den Schauspieler Horst Janson und war 42 Jahre lang seine Ehefrau. In der deutschen Öffentlichkeit ist sie als Hella Janson bekannt, unter anderem durch Auftritte in den Talkshows „Menschen bei Maischberger“ und „Plasberg persönlich“.


Die Ehe mit Horst Janson

Horst Janson, am 4. Oktober 1935 in Mainz-Kastel geboren, war über Jahrzehnte eines der bekanntesten Gesichter im deutschen Fernsehen. Sein Durchbruch gelang mit der ARD-Serie „Salto Mortale“ (1969), die Titelrolle in „Der Bastian“ (1973) festigte seinen Ruf. Anfang der 1980er Jahre spielte er den „Horst“ in über 200 Folgen der Sesamstraße.

Ruthardt und Janson zogen ihre beiden Töchter in Grünwald bei München groß:

  • Laura Janson (geboren ca. 1982), heute in der Gastronomie tätig
  • Sarah-Jane Janson (geboren 1984 in München), ausgebildete Schauspielerin, aufgetreten an der Komödie im Bayerischen Hof, den Münchner Kammerspielen und bei den Karl-May-Festspielen, wo sie mehrfach gemeinsam mit ihrem Vater auf der Bühne stand

2006 räumte Janson in einem Interview mit dem Magazin „Frau im Spiegel“ ein, in den frühen Jahren der Ehe nicht immer treu gewesen zu sein. Tochter Laura hatte in jenen Jahren gegen eine Magersucht gekämpft. Hella Ruthardt blieb durch beides an seiner Seite.


Wie das Geld verschwand

Schon vor der Hochzeit stand Horst Janson finanziell unter Druck. Ruthardt gegenüber dem Magazin „Bunte“: „Schon bevor mein Mann und ich zusammenkamen, hat er eine knappe Million verloren, weil er damals auf einen Steuerberater gehört hatte.“

In den frühen 2000er Jahren investierten beide gemeinsam in ostdeutsche Immobilien. Ruthardt dazu, ebenfalls gegenüber „Bunte“: „In unserer Ehe haben wir dann Anfang der 2000er in Ost-Immobilien investiert, was in einer Katastrophe endete.“ Dabei verpfändete sie ihre eigene Altersvorsorge beim Presseversorgungswerk als Sicherheit. Sie verlor sie.

2011 meldete Horst Janson beim Münchner Amtsgericht Privatinsolvenz an. Laut einem Bericht der „Welt“ standen Schulden von rund 650.000 Euro bei fast einem Dutzend Gläubigern im Raum. Freunde überwiesen Geld, um die Versteigerung des Hauses zu verhindern. Eine öffentliche Spendenaktion sammelte 45.000 Euro ein. Das Finanzamt erkannte die Schenkungen nicht als solche an und forderte eine Steuernachzahlung von 25.000 Euro, wie „Bunte“ berichtete. Staatliche Hilfe lehnte Ruthardt dennoch ab. Ihr Satz damals: „So sehen wir uns einfach nicht.“

2017 verkaufte das Ehepaar das Reihenhaus in Grünwald an einen Vermieter und mietete es für knapp 1.400 Euro im Monat zurück.

Zuletzt hatte die Pflege ihres schwer erkrankten Mannes das Ersparte aufgezehrt. Im September 2024, rund vier Monate vor seinem Tod, beantragte Hella Ruthardt Sozialhilfe. Ihre monatliche Situation zu dem Zeitpunkt:

PostenBetrag
Rente847,94 €
Private Krankenversicherung565,00 €
Verbleibendes Nettoeinkommen282,91 €
Monatliche Sozialhilfe1.101,27 €

Die Einnahmen reichten für die Miete von knapp 1.400 Euro kaum. Ohne ihre Tochter Laura, die seit zwei Jahren keinen Urlaub mehr genommen hatte, um die Mutter zu stützen, wäre die Miete nicht zu bezahlen gewesen.


Der Tod von Horst Janson

Der Schauspieler, der am 28. Januar 2025 im Alter von 89 Jahren gestorben ist, hatte in den letzten Monaten seines Lebens mehrere schwere Schlaganfälle erlitten. Im Juni 2024 traf ihn der erste. Zwei Monate später erlitt er einen zweiten Schlaganfall, stürzte auf der Treppe und zog sich dabei eine Hirnblutung sowie einen Handgelenkbruch zu. Während der Behandlung zog er sich einen Krankenhauskeim zu, von dem er sich nicht mehr erholte.

Im Januar 2025 kamen zwei weitere Schlaganfälle. Die Ärzte der München Klinik Harlaching, wo er auf der Palliativstation lag, teilten der Familie mit, dass man ihm nicht mehr helfen könne. Er kam nicht mehr zu Bewusstsein.

Hella Ruthardt, Laura und Sarah-Jane Janson waren bei ihm. Ruthardt über seine letzten Stunden, gegenüber der „Freizeit Revue“:

„Wir haben ihm Geschichten erzählt, seinen Kopf gestreichelt, ihn geküsst und gedrückt. Ich musste ihn loslassen, obwohl es mir das Herz zerreißt.“

Bis zu seiner Erkrankung hatte er Pläne für eine Feier zu seinem 90. Geburtstag am 4. Oktober 2025 gemacht. Vier Wochen nach seinem Tod starb seine erste Ehefrau, die Schauspielerin Monika Lundi, am 26. Februar 2025 im Alter von 82 Jahren.


Die Kündigung, drei Monate nach dem Begräbnis

Drei Monate nach der Beerdigung kam die Eigenbedarfskündigung. Der Vermieter, dem die Jansons das Haus 2017 verkauft hatten, hatte Ruthardt zuvor mündlich versichert: „Sie können mir vertrauen. Solange Sie die Miete zahlen, können Sie drin wohnen bleiben.“

Er hielt sich nicht daran. Ruthardt gegenüber der „Freizeit Revue“: „Nach dem Tod meines Mannes wurde mir wegen Eigenbedarf gekündigt.“ Rechtlich dagegen vorgehen wollte sie nicht: „Die Leute können einem viel antun. Das geht leider alles.“

Am letzten Novemberwochenende 2025 organisierte sie an der Schlehdornstraße 8 in Grünwald einen Hausflohmarkt. Sie verkaufte Horst Jansons Habseligkeiten, um etwas Geld zusammenzubekommen. Bis Ende Dezember 2025 musste das Haus geräumt sein.


Ein Neuanfang in einer Einzimmerwohnung

Der Bürgermeister der Gemeinde half bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Tochter Laura beschrieb die Monate der Suche als „extreme Panik“. Am Ende zog Hella Ruthardt in eine Einzimmerwohnung in der Nähe von München.

Am 13. März 2026 sprach sie in der ARD-Talkshow „Nachtcafé“ bei Moderator Michael Steinbrecher über die Zeit seit dem Tod ihres Mannes. Über den Abschied vom gemeinsamen Zuhause sagte sie: „Ich bin auch froh, dass das mein Mann nicht miterlebt hat.“

Über das, was sein Tod hinterlassen hat, sagte sie: „Mit Horst verschwanden das Lachen und die Leichtigkeit aus meinem Leben.“

Sie wurde 1948 geboren, hat zwei Töchter und Enkelkinder und lebt von Sozialhilfe in einer Einzimmerwohnung in der Nähe von München.

Als Journalistin hatte sie sich einmal eine eigene Altersvorsorge erarbeitet und sie für die Schulden ihres Mannes verpfändet. In einem Bunte-Interview sagte sie: „Ohne eigenes Barvermögen haben wir sogar meine Altersvorsorge durch das Presseversorgungswerk als Sicherheit gegengerechnet.“

Mathias Fuerst
Mathias Fuersthttps://bundestribune.de/
Mathias Fuerst ist Chefredakteur von Bundes Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

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