Judith Sutter ist Schauspielagentin und führt mit Sutter Management eine Agentur in Unterföhring bei München, gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Post. Bevor sie ins Talent Management wechselte, arbeitete sie in den 1990er Jahren als Produktions- und Locationmanagerin für deutsche TV-Produktionen. Einem breiteren Publikum wurde ihr Name durch ihre Ehe mit dem Schauspieler Martin Feifel bekannt, die beide 2016 schlossen, nach einer gemeinsamen Geschichte, die knapp zwei Jahrzehnte früher auf einem bayerischen Filmset begann.
Inhaltsverzeichnis
Von der Setarbeit ins Talent Management
Judith Sutters dokumentierter Berufseinstieg liegt in der Filmproduktion der mittleren 1990er Jahre. Drei Produktionen aus dieser Zeit sind in der Filmdatenbank IMDb verzeichnet:
| Jahr | Produktion | Funktion |
|---|---|---|
| 1995 | Brüder auf Leben und Tod (TV-Film) | Assistant Unit Manager |
| 1997 | Der Skorpion (TV-Film) | Production Manager |
| 1997 | Doktor Knock (TV-Film, Regie: Dominik Graf) | Location Manager |
Ihr letzter dokumentierter Produktionskredit stammt aus dem Jahr 1997. Bis 2008, als Martin Feifel Sutter Management in einem Presseinterview erstmals namentlich erwähnte, hatte sie die Agentur im deutschen Filmgeschäft fest etabliert. Wann genau dieser Wechsel stattfand und wann die Agentur gegründet wurde, lässt sich anhand öffentlicher Quellen nicht belegen.
Doktor Knock, 1996: Das Set, auf dem sich ihre Wege trafen
Bei den Dreharbeiten zu Doktor Knock im Jahr 1996 arbeiteten Martin Feifel und Judith Sutter zum ersten Mal zusammen. Sie war als Locationmanagerin vor Ort, er spielte die Rolle des Simon. Beide lernten sich dabei kennen.
Der Film entstand unter der Regie von Dominik Graf, produziert vom Bayerischen Rundfunk gemeinsam mit dem Österreichischen Rundfunk. Vorlage war das Theaterstück Knock ou le Triomphe de la médecine des französischen Autors Jules Romains, für das deutsche Fernsehen adaptiert von Günter Schütter. Der Handlung nach übernimmt ein Arzt aus Karlsruhe eine Landarztpraxis in der bayerischen Provinz und manipuliert die Dorfbevölkerung für seine eigenen Zwecke. Neben Gert Voss in der Titelrolle waren Veronica Ferres und Sophie Rois zu sehen. Ausgestrahlt wurde er am 12. Dezember 1997 auf ARD und arte.
„Wir haben uns bei meinem ersten Film mit Dominik Graf kennengelernt, bei dem sie Produktionsassistentin war, und kennen uns mittlerweile seit über 20 Jahren“, sagte Feifel 2017 gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Westdeutsche Zeitung hielt 2008 fest, dass die beiden zu diesem Zeitpunkt bereits seit rund zehn Jahren zusammen waren, womit der Beginn der Beziehung in die Zeit unmittelbar nach den Dreharbeiten fällt.
Judith Sutters Agentur: Sutter Management in Unterföhring
Die Agentur vertritt Schauspielerinnen und Schauspieler für Kino-, Fernseh- und Theaterproduktionen im deutschsprachigen Raum. Judith Sutter und Christine Post teilen den Klientenstamm unter sich auf und betreuen jeweils eigene Schauspieler direkt. Zu den Schauspielern, die Judith Sutter persönlich vertritt, gehören:
- Ulrich Blöcher
- Josephine Ehlert
- Anton Figl
- Sven Hönig
- Torben Kessler
- Karin Moog
- Julia Schmalbrock
- Aljoscha Stadelmann
- Fanny Staffa
- Stefan Wilkening
- Martin Feifel
Dass Feifel heute zu ihrem Klientenstamm gehört, war lange nicht selbstverständlich. Im Jahr 2008 sagte er in einem Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung auf die Frage nach Judith Sutters beruflicher Rolle in seinem Leben: „So was sollte man schön sauber auseinander halten.“ Damals war sie seine Partnerin, nicht seine Agentin. Auf der aktuellen Agenturwebsite steht sein Name unter ihrem Kontakt. Die Grenze, auf die Feifel 2008 noch bestand, hat sich im Laufe der Jahre verschoben.
Die Ehe mit Martin Feifel
Martin Feifel und Judith Sutter heirateten 2016, ohne öffentliche Ankündigung. Im Jahr darauf bestätigte Feifel die Hochzeit gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Wir haben letztes Jahr geheiratet, aber das nicht weiterverbreitet.“ Den Anlass kommentierte er mit trockenem Humor: „Jetzt bekommt sie die Witwenrente, wenn ich mal das Zeitliche segne.“
Bereits 2008 hatte er die Beziehung in einem Interview mit Tele 5 offen benannt: „Ich habe ein wunderbares Zusammenleben mit meiner Freundin Judith Sutter. Wir trennen Bett und Arbeit, das ist gut so.“
In einem Interview mit t-online aus dem Jahr 2022 sprach Feifel auch über die wirtschaftliche Seite ihrer Partnerschaft: „Es funktioniert nur noch bei mir, weil meine Frau auch verdient.“ Das Magazin hielt im selben Bericht fest, dass er zu diesem Zeitpunkt „seit 25 Jahren mit der Managerin Judith Sutter liiert“ war.
Martin Feifel: Schauspieler und Grimme-Preisträger
Martin Feifel, mit dem Judith Sutter seit 2016 verheiratet ist, gehört seit mehr als drei Jahrzehnten zu den erfahrensten Charakterdarstellern des deutschsprachigen Films und Fernsehens.
Er wurde am 16. Juni 1964 in München geboren, als Sohn des Chirurgen und ehemaligen Mitglieds des Deutschen Wissenschaftsrates Prof. Gernot Feifel. Nach dem Abitur und einer kurzen Zeit beim Zirkus Roncalli besuchte er ab 1985 die Scuola Teatro Dimitri im Tessin, bevor er von 1987 bis 1990 die Westfälische Schauspielschule Bochum absolvierte. Seine Theaterstationen führten ihn von 1989 bis 1995 ans Schauspielhaus Bochum, wo er unter anderem die Titelrolle in einer rund sechsstündigen Fassung von Hamlet spielte. Von 1995 bis 1997 war er am Thalia Theater Hamburg engagiert. Die Zeitschrift Theater heute zeichnete ihn 1995 als besten Nachwuchsschauspieler des Jahres aus.
Sein Filmdebüt gab er 1991 in Helmut Dietls Schtonk!. Zu seinen bekanntesten Kinoarbeiten gehören Was tun, wenn’s brennt? (2001), für den er für den Deutschen Filmpreis nominiert wurde, sowie Rosenstraße (2002) von Margarethe von Trotta an der Seite von Katja Riemann. In Heinrich Breloers Buddenbrooks (2008) übernahm er die Rolle des Münchner Hopfenhändlers Alois Permaneder. Im Fernsehen war er von 2010 bis 2015 als Arthur Distelmeier, dem Widersacher von Hans Sigls Bergdoktor, in der gleichnamigen ZDF-Serie zu sehen. Für Kommissar Süden und der Luftgitarrist erhielt er 2010 den Adolf-Grimme-Preis, eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen. Neuere Arbeiten umfassen Die Welt der Wunderlichs (2016), für die er erneut für den Deutschen Filmpreis nominiert wurde, sowie The Promised Land (2023). Seine Filmografie umfasst mehr als 130 Produktionen.
Was sich nicht belegen lässt
Judith Sutter hat ihre gesamte berufliche Laufbahn ohne öffentliche Auftritte, Pressetermine oder Interviews aufgebaut. Zu mehreren Aspekten ihrer Biografie lassen sich daher keine verifizierbaren Angaben machen: Geburtsdatum und Geburtsort sind in keiner zugänglichen Quelle dokumentiert, ebenso wenig ihr Ausbildungsweg, das Gründungsjahr von Sutter Management oder Informationen zu Kindern des Ehepaares.
In der deutschen Filmbranche ist Judith Sutter seit den 1990er Jahren aktiv. Sutter Management vertritt heute Schauspieler, die regelmäßig in großen ARD-, ZDF- und internationalen Produktionen zu sehen sind. Ein öffentliches Interview hat sie in all dieser Zeit nicht gegeben.

