Zwölf Jahre war sie mit dem Regisseur zusammen. Im Februar 2018 äußerte sie sich öffentlich zu den Vorwürfen gegen ihn, Jahre bevor daraus eine Anklage wurde.
Im Februar 2018 sagte die Schauspielerin Dominique Voland dem Magazin Gala, dass sie den Frauen glaube, die Dieter Wedel sexuelle Übergriffe vorwarfen. Wedel und Voland waren von 1997 bis 2009 ein Paar und haben einen gemeinsamen Sohn. Sie habe während der gemeinsamen Beziehung selbst mitbekommen, dass Wedel noch andere Beziehungen führte, sagte sie, und beschrieb ihn als Choleriker und Narzissten.
Für eine Frau, die mit Wedel einen gemeinsamen Sohn hat, war diese Aussage kein risikoloser Schritt. Wedel war zu diesem Zeitpunkt weder verurteilt noch strafrechtlich angeklagt, und der Kontakt zwischen ihm und dem gemeinsamen Sohn lief, wie Voland Jahre später sagte, über einen langen Zeitraum größtenteils über Anwälte.
Inhaltsverzeichnis
Dominique Voland: Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Beruf: Schauspielerin, unter anderem in „Die Affäre Semmeling“ (2002) und „Papa und Mama“ (2006)
- Beziehung: Nach eigenen Angaben von 1997 bis 2009 Partnerin von Regisseur Dieter Wedel
- Sohn: Benjamin, geboren im September 1999
- Alter: Nach Zeitungsangaben der vergangenen Jahre mittlerweile um die 49 Jahre
- Letzter bekannter Stand: Nach Wedels Tod 2022 erhielt Sohn Benjamin nur den gesetzlichen Pflichtteil aus dessen Erbe
Zwölf Jahre an der Seite eines der bekanntesten Regisseure Deutschlands
Voland und Wedel lernten sich 1997 kennen, sie war damals 20 Jahre alt. Wedel war zu diesem Zeitpunkt bereits einer der erfolgreichsten Fernsehregisseure Deutschlands, bekannt für Mehrteiler wie „Der große Bellheim“ und „Der Schattenmann“. Im September 1999 kam der gemeinsame Sohn Benjamin zur Welt.
In den folgenden Jahren war Voland in mehreren Produktionen zu sehen, die Wedel selbst inszenierte: „Die Affäre Semmeling“, „Papa und Mama“ und „Mein alter Freund Fritz“. Auch im zweiteiligen Fernsehfilm „Gier“, der im Dezember 2009 ausgestrahlt wurde, spielte sie mit.
Die Beziehung war in der Branche kein Geheimnis, auch nicht, dass Wedel parallel eine zweite langjährige Beziehung mit der Produzentin Uschi Wolters in Hamburg führte. Fotos aus den Jahren, in denen Wedel die Nibelungen-Festspiele in Worms leitete, zeigen beide Frauen gemeinsam mit ihm und dem gemeinsamen Sohn bei Premierenfeiern. 2014 heiratete Wedel schließlich Wolters, da war seine Beziehung mit Voland bereits beendet.
Voland selbst datiert das Ende der Beziehung auf das Jahr 2009, nach zwölf gemeinsamen Jahren. Eine Bildagentur-Aufnahme vom 30. Januar 2010, vom roten Teppich der Goldenen Kamera in Berlin, bezeichnet sie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch als Wedels Lebensgefährtin. Auf den Monat genau lässt sich das Ende der Beziehung aus den verfügbaren Quellen nicht bestimmen.
Ein offizielles Geburtsdatum von Voland ist nicht bekannt. Aus mehreren übereinstimmenden Zeitungsangaben der vergangenen Jahre lässt sich aber ein Geburtsjahr um 1977 ableiten, sie wäre demnach mittlerweile 49 Jahre alt.
Der Fall, der nie vor Gericht kam
Die Vorwürfe, zu denen sich Voland 2018 äußerte, reichten bis in die frühen Neunzigerjahre zurück. Mehrere Frauen hatten Wedel im Zeit Magazin sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die meisten der geschilderten Fälle waren zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt, bis auf einen: Die Schauspielerin Jany Tempel warf Wedel vor, sie 1996 in einem Münchner Hotel während eines Vorsprechens vergewaltigt zu haben. Im April 2021 erhob die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen Wedel, gestützt auf eine zwanzigseitige Anklageschrift und Aussagen von zwanzig Zeugen, wie die taz berichtete.
Ein Urteil gab es nie. Wenige Tage bevor das Gericht bekanntgeben sollte, ob und wann der Prozess beginnt, beendete Tempel aus gesundheitlichen Gründen einen Hungerstreik, den sie während des jahrelangen Wartens auf eine Entscheidung begonnen hatte. Kurz darauf, am 13. Juli 2022, starb Wedel in Hamburg an Leukämie, im Alter von 82 Jahren. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren daraufhin ein.
Nach Wedels Tod meldete sich Voland noch einmal
Wenige Tage nach Wedels Tod äußerte sich Voland erneut, diesmal in einem Interview mit der Bild-Zeitung, wie t-online berichtete. Sein Tod sei für Menschen in seinem Umfeld sicher ein dramatischer Moment, sagte sie, für sie persönlich aber das vorläufige Ende eines langen, demütigenden Prozesses mit einem Mann, den sie als ambivalent und reuelos bezeichnete. Nach seinem Tod breche für sie ein Albtraum aus 25 Jahren zusammen, sagte sie weiter, sie und ihr Sohn müssten nun lernen, mit den Folgen seines Verhaltens zu leben.
Zur Beerdigung ging sie nicht. Eine Einladung habe sie nicht erhalten, sagte sie, und selbst wenn, hätte sie an der aus ihrer Sicht heuchlerischen Trauerfeier nicht teilnehmen wollen. Das Verhältnis zwischen Wedel und dem gemeinsamen Sohn Benjamin, der zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt war, sei über Jahre angeschlagen gewesen, sagte sie. Wedel habe selbst den Namen seines Sohnes in Textnachrichten nicht richtig schreiben können.
Was von Wedels Erbe übrig blieb
Wedel setzte in seinem letzten Willen seine Ehefrau Uschi Wolters als Alleinerbin ein, ein Vermögen von rund sechs Millionen Euro, größtenteils Immobilien auf Mallorca und in Hamburg sowie Kunst. Sohn Benjamin und sein Halbbruder Dominik, aus einer früheren Beziehung Wedels mit der Schauspielerin Hannelore Elsner, gingen dabei leer aus. Ihnen blieb nur der gesetzliche Pflichtteil, laut Bild-Berichten rund 436.000 Euro vor Steuern.
Voland sagte der Bild 2024, ihr sei von Anfang an klar gewesen, dass Wedel dafür sorgen würde, dass für die Kinder möglichst wenig übrig bleibt. Ihr Sohn wollte das Geld zunächst nicht annehmen, aus Wut auf seinen Vater. Sie habe ihm das nicht erlaubt, sagte Voland, das Geld habe er später für eine Therapie verwendet.
Wolters selbst starb nur 13 Tage nach Wedel an Krebs, kinderlos und ohne dass im gemeinsamen Testament ein Erbe für den Fall ihres eigenen Todes benannt worden war. Der Großteil von Wedels Vermögen war deshalb zuletzt noch nicht verteilt. Laut Blick suchte eine gerichtlich bestellte Nachlasspflegerin bis November 2024 nach möglichen Erben unter mehr als 50 entfernten Verwandten von Wolters, ein Verfahren, das sich über mehrere Jahre ziehen kann. Mit Voland oder ihrem Sohn hat dieser Teil der Geschichte nichts mehr zu tun, ihr Anteil war mit dem Pflichtteil bereits abgeschlossen.
Vom Namen des Vaters zum Namen der Mutter
In Fotos aus den Jahren, in denen Wedel die Nibelungen-Festspiele leitete, wird das Kind neben ihm von den Bildagenturen als Benjamin Wedel geführt. In den späteren Berichten über den Streit um sein Erbe trägt derselbe junge Mann nur noch den Namen seiner Mutter. Wann genau und warum sich das geändert hat, ist in keiner der verfügbaren Quellen dokumentiert.

