Berlin, Anfang der 1980er Jahre. Petra Offizorz arbeitet im Institut für Lebensmittelchemie der Technischen Universität an einer Methode zur Histaminmessung in Fischkonserven. Die Ergebnisse sind präzise: Wiederfindungsrate 99 Prozent, Variationskoeffizient unter zwei Prozent bei fünf Messungen pro Probe. Der Springer-Verlag nimmt die Studie zur Veröffentlichung an. Sechzehn Wissenschaftler zitieren sie in den Folgejahren.
Acht Jahre später heiratet sie Rainer Hunold. Von da an sucht niemand mehr nach der Forscherin.
Inhaltsverzeichnis
Zwei Studien im Springer-Verlag
An der TU Berlin entstanden Anfang der 1980er Jahre zwei peer-reviewed Arbeiten aus dem Institut für Lebensmittelchemie:
1981: Die Studie Bestimmung von Histamin in Fisch und Fischkonserven mittels Capillar-Isotachophorese, gemeinsam mit Christiane Breyer, erschien in der Zeitschrift für Lebensmittel-Untersuchung und Forschung. Die Methode erreichte eine Wiederfindungsrate von 99 Prozent. Der Variationskoeffizient lag bei unter zwei Prozent bei fünf Messungen pro Probe. Die Arbeit wurde 16 Mal in der Fachliteratur zitiert.
1984: Gemeinsam mit Klaus Rubach erschien Isotachophoretische Bestimmung der B-Vitamine im ng-Bereich unter Verwendung kationischer Spacerionen in der Fresenius‘ Zeitschrift für Analytische Chemie.
Zwei Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften, aus einer der bekanntesten technischen Universitäten Deutschlands. Es gab keinen Presseartikel darüber.
Von der Forschung in die Direktion
Nach der TU Berlin wechselte sie in den Bereich Sales und Business Development innerhalb der Pharmaindustrie, speziell im CRO- und CDMO-Segment. Das sind Unternehmen, die im Auftrag großer Pharmafirmen Forschung, Entwicklung und Produktion abwickeln.
| Frühere Stationen | Sales und Business Development, u.a. bei RCC Ltd., MDS Pharma Services, Aptuit Ltd., Patheon Inc. und NextPharma |
|---|---|
| NUVISAN, The Science CRO | Corporate Business & Project Director |
Den Weg zu NUVISAN hatte sie über Stationen bei fünf weiteren Unternehmen desselben Sektors zurückgelegt. NUVISAN selbst ist ein europäisches Auftragsforschungsunternehmen mit über 40 Jahren Geschichte. Einen Direktorentitel dort zu halten setzt nachgewiesene Branchenerfahrung voraus.
Eine Karriere, die auf Direktorenebene mündete. Auch darüber erschien kein Zeitungsartikel.
Warum sein Name vor ihrem steht
Der Mann, den sie 1989 heiratete, ist seit Jahrzehnten eines der bekanntesten Gesichter im deutschen Fernsehen. Rainer Hunold wurde am 1. November 1949 in Braunschweig geboren, studierte Kunst und Germanistik, brach ab und schloss 1977 seine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule Berlin ab.
Seine wichtigsten Serienrollen:
- 1988 bis 1997: Dr. Rainer Franck in Ein Fall für zwei (ZDF, 90 Folgen, Nachfolger von Günter Strack)
- 1997 bis 2004: Dr. Peter Sommerfeld in Dr. Sommerfeld, Neues vom Bülowbogen (ARD, 115 Folgen)
- 2005 bis 2025: Oberstaatsanwalt Bernd Reuther in Der Staatsanwalt (ZDF, 20 Staffeln)
1992 erhielt er für seine Rolle in Kollege Otto, Die Coop-Affäre den Adolf-Grimme-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen. Am 21. März 2025 lief die letzte Folge von Der Staatsanwalt. Sein Charakter starb im Serienfinale. Hunold kündigte danach an, sich ab sofort ausschließlich der Bildhauerei zu widmen. Seit 2001 ist er Botschafter der SOS-Kinderdörfer und engagiert sich bei der Initiative Gesicht Zeigen! gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus.
Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk beschrieb er seine Frau mit einem einzigen Wort: Naturwissenschaftlerin.
Berlin-Frohnau und 37 Jahre Ehe
Sie heirateten 1989 und leben in Berlin-Frohnau. Wie diese Ehe über 37 Jahre zusammengehalten hat, erklärte Hunold der Berliner Morgenpost:
„Die vielen Motorradreisen mit meiner Frau haben unsere Ehe stabil gehalten. Den ganzen Tag mit dem Helm auf dem Kopf, da kann man keinen Quatsch reden.“
Ein gemeinsames öffentliches Interview hat es nie gegeben, keine öffentliche Aussage von ihr, die in der Presse gelandet wäre. Die mediale Stille geht von ihr aus, und sie hält seit 37 Jahren.
Adoptiert aus Marokko
Das Paar hat keine leiblichen Kinder. Sie adoptierten zwei Kinder aus Marokko, beide inzwischen erwachsen. Hunold gegenüber der Berliner Morgenpost:
„Die wichtigste Entscheidung, die meine Frau und ich jemals getroffen haben, war, Kinder zu wollen und zu haben.“
Kristin Alia Hunold
Kristin Alia Hunold wurde am 8. Dezember 1993 in Rabat geboren und wuchs als Adoptivtochter zunächst in Wiesbaden, dann in Berlin auf. Von 2015 bis 2019 studierte sie Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, einschließlich eines Studiojahres am Schauspiel Frankfurt.
Bereits während des Studiums spielte sie 2016 die Hauptrolle im Kinofilm Fenster Blau unter der Regie von Sheri Hagen. Der Film gewann den SCORE Bernhard Wicki Preis, den NDR Nachwuchspreis und den Creative Energy Award des Internationalen Filmfests Emden-Norderney. Die Frankfurter Rundschau bescheinigte ihr für die Theaterarbeit in Die Zertrennlichen am Schauspiel Frankfurt eine „herausragende Präsenz“.
Weitere bekannte Produktionen:
- Wir sind die Welle (Netflix, 2019, alle Folgen)
- Schlafende Hunde (Netflix, 2023, Rolle: Suse Reim)
- Miss Merkel, Mord auf dem Friedhof (2024)
Sie wird von der Berliner Agentur Schwarz Berlin vertreten und spricht Deutsch, Englisch und Französisch.
Der Sohn Philip Hunold ist in Rainer Hunolds IMDb-Biografie namentlich erwähnt. Über sein Leben ist darüber hinaus nichts bekannt.
Was wirklich bekannt ist
Ihre Biografie umfasst zwei Springer-Publikationen, eine Karriere bis auf Direktorenebene in der Pharmaindustrie und 37 Jahre an der Seite eines der bekanntesten Fernsehschauspieler Deutschlands. Keines davon hat sie in eine Suchmaschine gebracht.
Was das getan hat, war seine Karriere.
Öffentlich auffindbar ist sie hauptsächlich als Fußnote zu seiner Biografie. In 37 Jahren hat sie keine Anstalten gemacht, das zu ändern.

