Johannes Wünsche ist Drehbuchautor und Regisseur, Jahrgang 1955, aufgewachsen in Bad Godesberg. Ab 1990 arbeitete er als freier Autor für das deutsche Fernsehen und schrieb unter anderem 69 Folgen von Hinter Gittern auf RTL. Einem breiteren Publikum ist er vor allem als Ehemann der Schauspielerin Annette Frier bekannt, mit der er seit August 2002 verheiratet ist.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Geburtsjahr | 1955 |
| Geburtsort | Bad Godesberg, Bonn, Nordrhein-Westfalen |
| Beruf | Drehbuchautor, Regisseur |
| Vater | Konrad Wünsche (1928–2012), Schriftsteller, PEN-Mitglied |
| Ehefrau | Annette Frier (verheiratet seit 30. August 2002) |
| Kinder | Zwillinge Josefina und Bruno (geb. 18. April 2008) |
| Wohnort | Köln |
| Karrierebeginn | 1990 |
| Letzter Kredit | 2015 (Die Müttermafia-Patin) |
Herkunft und Familie
Die Familie Wünsche kam 1950 als Flüchtlinge aus Leipzig nach Bad Godesberg, damals noch eine eigenständige Stadt, die erst 1969 zu Bonn eingemeindet wurde. Johannes wurde dort 1955 als jüngstes von vier Kindern geboren.
Sein Vater Konrad (25. Februar 1928 – 5. April 2012) war Schriftsteller, Erziehungswissenschaftler und Professor an der TU Berlin. Er veröffentlichte Bücher bei Suhrkamp und Luchterhand und war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Zu seinen Werken zählten Theaterstücke, Essays und erziehungswissenschaftliche Schriften.
Über den Einfluss dieses Haushalts auf seinen eigenen Berufsweg hat er nie öffentlich gesprochen. Ab 1990 schrieb er Drehbücher für das deutsche Privatfernsehen.
Karriere als Drehbuchautor und Serienentwickler
Ab 1990 arbeitete Wünsche als freier Drehbuchautor für Film und Fernsehen. Neben dem Schreiben von Episoden war er als Skriptredakteur tätig und an der Entwicklung neuer Serienformate beteiligt.
Filmografie
| Jahr | Produktion | Sender | Funktion |
|---|---|---|---|
| ab 1997 | Die Camper | RTL | Drehbuchautor |
| 1999–2006 | Hinter Gittern — Der Frauenknast | RTL | Drehbuchautor (69 Folgen), Chefautor |
| 2003 | Für immer verloren | Sat.1 | Drehbuchautor (2 Folgen) |
| 2004–2005 | Verschollen | RTL | Drehbuchautor |
| 2007 | R.I.S. — Die Sprache der Toten | Sat.1 | Drehbuchautor (2 Folgen) |
| 2010 | Wir müssen reden! | Sat.1 | Regisseur (8 Folgen) |
| 2010/2011 | Lichtblau — Neues Leben Mexiko | Drehbuchautor | |
| 2014 | Die Mütter-Mafia | Drehbuchautor (2 Folgen) | |
| 2015 | Die Müttermafia-Patin | Drehbuchautor |
Hinter Gittern: Chefautor und Kennenlernen
Hinter Gittern lief von 1994 bis 2007 auf RTL und gehörte zu den meistgesehenen deutschen Serien dieser Zeit. In den Neunzigerjahren erreichte die Serie regelmäßig mehrere Millionen Zuschauer.
1999 kam Wünsche als neuer Chefautor zur Produktion. Bis 2006 schrieb er 69 Folgen. Als Chefautor trug er Verantwortung für die dramaturgische Linie der Serie und koordinierte die Arbeit des Autorenteams.
Auf diesem Set traf er Annette Frier, die seit 1997 die Rolle der Vivi Andraschek spielte. Sie war 25, er war 44. Wie aus dieser Zusammenarbeit eine Beziehung wurde, haben beide nie öffentlich erzählt. Frier bestätigte dem ZEITmagazin lediglich, dass er damals der neue Chefautor der Serie war.
Wir müssen reden! (2010): Acht Folgen ohne Drehbuch
2010 führte Wünsche bei allen acht Folgen der Sat.1-Produktion Wir müssen reden! Regie. Die Hauptrolle übernahm seine Frau Annette Frier, neben Cordula Stratmann.
Das Format kam ohne festes Drehbuch aus:
- Frier und Stratmann bekamen zu Beginn jeder Folge ein kurzes Einstiegs-Szenario
- Alle Dialoge entstanden durch Improvisation
- Johann von Bülow spielte als Kellner Stephano die dritte Hauptfigur
Die Sendung startete am 27. August 2010 um 22:15 Uhr auf Sat.1. Ab dem 24. September 2010 wurde sie wegen schwacher Einschaltquoten auf einen Platz nach Mitternacht verlegt. Es war die einzige Produktion, bei der Wünsche als Regisseur und Frier als Hauptdarstellerin zusammenarbeiteten.
Annette Frier: Ehe, Kinder und Leben in Köln
Annette Frier ist im deutschen Fernsehen eine feste Größe, bekannt aus Produktionen wie der Sat.1-Comedyserie Merz gegen Merz. Ihr Mann Johannes Wünsche hält sich aus der Öffentlichkeit weitgehend heraus. Am 30. August 2002 heirateten die beiden. Der Altersunterschied liegt bei rund 18 Jahren.
Seit der Hochzeit trägt Frier rechtlich den Nachnamen Wünsche, arbeitet aber weiterhin unter ihrem Geburtsnamen. Am 18. April 2008 kamen die Zwillinge Josefina und Bruno zur Welt. Die Familie lebt in Köln.
Über ihre Ehe hat Frier in mehreren Interviews gesprochen:
„Wichtig finde ich, dass man gerne nach Hause kommt zu diesem anderen Menschen. Ich glaube, wenn diese beiden Dinge mit Ja beantwortet sind, dann ist fast alles möglich.“ (teleschau)
„Ich glaube, dass man sich bewusst machen muss, dass man nie fertig ist mit einer Beziehung. Es geht immer ums Jetzt und um Aufmerksamkeit.“ (Bunte)
Über die Geburt der Zwillinge sagte sie:
„Ich war ehrlicherweise zunächst total überfordert. Ich war eher geschockt, insbesondere da es Zwillinge sind.“ (Bunte)
Gemeinsame öffentliche Auftritte von Frier und Wünsche sind dokumentiert:
- Grimme Online Award, Köln (30. Juni 2005)
- Goldene Kamera, Hamburg (27. Februar 2015)
- Bayerischer Fernsehpreis, München (3. Juni 2016)
- Goldene Kamera, Berlin (2019)
Seit 2015: Kein weiterer Kredit
Der letzte dokumentierte Kredit ist Die Müttermafia-Patin aus dem Jahr 2015. In deutschen Fernsehdatenbanken findet sich seitdem kein weiterer Eintrag unter seinem Namen. Damit endet eine 25 Jahre lange dokumentierte Karriere als freier Drehbuchautor und Regisseur für das deutsche Fernsehen.
Einen eigenen Wikipedia-Artikel hat Wünsche nicht. Im deutschsprachigen Eintrag seines Vaters Konrad wird er als jüngster Sohn und als Ehemann von Annette Frier erwähnt.
Warum nach 2015 keine weiteren Produktionen erschienen sind, ist nicht dokumentiert. Ein Statement dazu hat er nicht abgegeben.

