Piper Maru Klotz sah zu früh Horror, sagt Gillian Anderson

Die „Akte X“-Darstellerin Gillian Anderson hat in einem Interview zu ihrem neuen Horrorfilm eingeräumt, dass sie als junge Mutter manches anders machen würde. Ihre Tochter Piper Maru Klotz, heute 32 und Künstlerin in London, hat ihr inzwischen gesagt, was sie als Kind zu früh zu sehen bekam.

Gillian Anderson hatte gerade gesagt, sie bereue nichts in ihrem Leben, da korrigierte sie sich. „Nein, es gibt ein paar Dinge aus meiner frühen Zeit als Mutter, bei denen ich heute sagen würde: Ich wünschte, ich hätte das gründlicher durchdacht, oder ich wünschte, ich wäre weniger egoistisch gewesen“, sagte sie der „Sunday Times“. Das Gespräch erschien Mitte August.

Ihre Tochter Piper, die Anderson 1994 mit ihrem ersten Ehemann Clyde Klotz bekam, habe ihr gesagt, sie sei bestimmten Dingen viel zu jung ausgesetzt gewesen, zum Beispiel Horror. Anderson gibt ihr recht. Klar geworden sei ihr das erst bei ihren Söhnen Oscar und Felix: „Bei ihnen war ich viel vorsichtiger, was die Einflüsse anging. Die hingen viel zu lange bei ‚Thomas, die kleine Lokomotive‘ fest“, erzählte sie lachend.

Piper malt und zeichnet heute. Im Juni war eine ihrer Arbeiten in einer Ausstellung im US-Bundesstaat New York zu sehen.



Aufgewachsen im Wohnwagen am Set

Piper kam am 25. September 1994 in Vancouver zur Welt, wo die Kultserie damals gedreht wurde. Ihre Mutter war 26 und spielte seit gut einem Jahr die FBI-Agentin Dana Scully, ihr Vater arbeitete als Assistent des Art Directors für die Serie. Zehn Tage nach der Geburt stand Anderson wieder vor der Kamera, wie „People“ berichtet.

Ihre Tochter sei praktisch in ihrem Wohnwagen aufgewachsen, erzählte Anderson 2020 dem Magazin „Bustle“. Ohne ein Kindermädchen, das bei ihnen wohnte, hätte sie das nicht geschafft. Sie habe Polaroids, auf denen die Kleine abgetrennte Requisitenköpfe im Buggy herumschiebt oder von einem künstlichen Krokodil verschluckt wird. Laut „USA Weekend“ gehörte die Dreijährige im Februar 1998 zum festen Inventar am Set und wedelte mit blutigen Kunsthänden aus dem Requisitenwagen herum.

„Manchmal ging sie erst um 22 Uhr oder später nach Hause, obwohl ich bis drei Uhr morgens drehte“, sagte Anderson in dem „Bustle“-Interview. „Ich habe trotzdem darauf bestanden, dass sie in meinem Bett schläft, weil das manchmal die einzige Zeit war, in der ich sie überhaupt sah, auch wenn wir dabei schliefen.“

Eine „verrückte, verrückte, verrückte Art, Mutter zu sein“, nannte Anderson das. Gleichzeitig habe es sie gelehrt, ganz bei ihrer Tochter zu sein, wenn sie mit ihr zusammen war.

Die Folge „Piper Maru“

Serienschöpfer Chris Carter, Pipers Patenonkel, benannte eine Episode der dritten Staffel nach ihr. In der Handlung trägt ein Bergungsschiff den Namen.

  • US-Ausstrahlung: 9. Februar 1996
  • Deutscher Titel: „Der Feind (1)“, bei ProSieben erstmals am 19. Dezember 1996
  • Neuauflage: Mitte Oktober 2026 bestellte der Streamingdienst Hulu eine neue „Akte X“-Serie von Ryan Coogler, Carter ist ausführender Produzent. Ob Anderson mitspielt, konnte sie im Sommer noch nicht sagen.

Alle drei Wochen ins Flugzeug

1997 ließen sich Anderson und Klotz scheiden. Als die Serie 1998 nach Los Angeles umzog, pendelte Piper zwischen dem Set ihrer Mutter und ihrem Vater in Vancouver. Später besuchte sie in beiden Städten ein französisches Lycée, um einem einzigen Lehrplan folgen zu können. Französisch sprach zu Hause niemand.

„Es war heftig für sie, ohne Französisch im Haushalt plötzlich alle drei Wochen in ein Flugzeug zu steigen. Das ist viel verlangt von einer Sechsjährigen“, sagte Anderson der „Sunday Times“.

Mit zwölf zog Piper 2006 nach London, wo ihre Mutter nach dem Ende der Serie lebte. Kurz darauf kam ihr Halbbruder Oscar zur Welt, zwei Jahre später Felix, beide aus Andersons Beziehung mit dem britischen Geschäftsmann Mark Griffiths. Piper habe einen großen Teil ihrer Kindheit im Wohnwagen verbracht, sagte Anderson 2008, als die Jungen noch klein waren, „und ich habe kein großes Interesse daran, das zu wiederholen“.

Lieber hinter der Kamera

Im selben Interview wurde Anderson gefragt, ob Piper auch Schauspielerin werden wolle. „Zum Glück nicht“, antwortete sie. „Sie ist sehr kreativ.“ Mit 13 wollte Piper Regie führen und drehte einen unheimlichen, etwas verdrehten Kurzfilm in Schwarz-Weiß, den ihre Mutter mit David Lynchs Horrorklassiker „Eraserhead“ verglich.

Im Sommer 2015, mit 20, arbeitete sie bei den Dreharbeiten zur „Akte X“-Neuauflage in Vancouver in der Requisite mit, damals noch als Kunststudentin. Für die elfte Staffel kam sie 2017 zurück, als Assistentin im Art Department, also in der Abteilung, in der ihr Vater gearbeitet hatte, als sie geboren wurde. Ausgebildet ist sie als Theaterdesignerin, mit Abschluss an der Royal Central School of Speech and Drama in London.

Ein Gruselbuch aus dem Pandemie-Herbst

In der Pandemie fiel ihre Arbeit bei Events und im Theater weg. Im Oktober 2020 starteten sie und die Autorin Jennifer Newman auf Instagram eine Halloween-Challenge: Einen Monat lang erschien jeden Tag eine neue Gruselgeschichte, Piper zeichnete das Bild dazu. Ihre bildende Kunst sei in dieser Zeit aufgeblüht, sagte sie Anfang 2021 in einem Video für eine Online-Ausstellung, in dem sie sich als Künstlerin aus London vorstellte. Das Buch „Halloween Horrors“ mit ihren Illustrationen erschien Ende September 2021.

Auf ihrer Autorenseite bei Amazon heißt es, Piper Maru sei schon Künstlerin gewesen, bevor sie sprechen konnte, und habe immer eine Schwäche für das Makabre gehabt.

Was Piper Maru Klotz heute macht

Ihre Tuschezeichnung „Lick“, 20 mal 25 Zentimeter, hing im Juni in der Ausstellung „BEGIN, again“ bei KKM Projects in Kinderhook im US-Bundesstaat New York. Seitdem hat sie auf Instagram unter anderem das Acrylbild „Players“ gezeigt, gemalt auf einer Holztafel, und für Anfang September eine Kreativgruppe für Frauen angekündigt.

Als Künstlerin bezeichnet sie sich auf ihrer Website als Autodidaktin, die mit verschiedenen Materialien arbeitet und aus dem Bühnen- und Kostümbild kommt. Ihre traumartigen Bilder sind voller Tiere und maskierter Figuren. Sie handeln, so schreibt sie, von der verspielten und herrlich absurden Seite des Menschseins.

Im Juni 2022 hatte sie das Designstudio Maru Objects gestartet, das unter anderem ein eigenes Kartenspiel und Kerzensets anbot. Es sei eine Plattform, um all ihre schrägen Ideen zu bündeln, schrieb sie zum Start. Ihre Mutter verkündete das Projekt stolz auf Instagram und verriet, dass Piper rund anderthalb Jahre daran gearbeitet hatte. Zwei Jahre später schrieb Piper auf Instagram: „Anscheinend male ich jetzt Hunde. Ich habe fast 30 Jahre gebraucht, um die Ölmalerei zu entdecken.“

Die Löschung ihrer Firma beantragte sie Ende November 2024, im April 2025 wurde das Unternehmen laut Companies House aufgelöst. Zwei Monate später lief ihre Ausstellung „Caught in the Loop“ in der Troubadour Gallery in London.

Für ihre Mutter hatte Piper im Frühjahr einen Spruch übrig. Anderson lief in Paris als Letzte über den Laufsteg der Miu-Miu-Schau, zum ersten Mal überhaupt, und ihre Tochter zog sie damit auf, dass sie nicht einmal gewusst habe, was das bedeutet. Anderson gibt zu, dass das stimmt, und erklärte der „Sunday Times“: „Ich mache vieles aus dem Bauch heraus. Ich lese vorher nichts und weiß erst in der Maske, was von mir erwartet wird.“

Steckbrief

AngabeDetail
Voller NamePiper Maru Anderson-Klotz
Name als KünstlerinPiper Maru
Geboren25. September 1994 in Vancouver (Kanada)
Alter32 Jahre
ElternGillian Anderson und Clyde Klotz
HalbbrüderOscar (geb. 2006) und Felix (geb. 2008)
WohnortLondon
BerufKünstlerin, ausgebildete Theaterdesignerin
Instagram@bpmarumaru und @pipermaru.art
Filmauftrittals Kind ohne Namensnennung in „Haus Bellomont“ (2000), mit ihrer Mutter in der Hauptrolle, laut IMDb
Mathias Fuerst
Mathias Fuersthttps://bundestribune.de/
Mathias Fuerst ist Chefredakteur von Bundes Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

Weitere Artikel

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Meistgelesen