Warum Roswitha Schreiner heute auf Bali lebt

Roswitha Schreiner lebt heute mit ihrem Mann Andreas Gotzler und den 14-jährigen Zwillingen Luna und Lorenzo auf Bali. Nach Deutschland kommt die 61-Jährige für Dreharbeiten, zuletzt für zwei Filme der ARD-Reihe „Kanzlei Liebling Kreuzberg“, die im Oktober im Ersten liefen. Darin spielt sie wieder Sarah Liebling, die Rolle, mit der sie 1986 an der Seite von Manfred Krug bekannt wurde. Kurz vor den Filmen, Ende September, erschien ein Buch, das sie mit ihren Kindern geschrieben hat.

„Viele sagen mir immer wieder: Du warst so lange nicht zu sehen“, erzählte Schreiner 2024 im Interview mit prisma. Sie verweist dann auf die vielen Wiederholungen ihrer Serien und auf ihren Briefkasten, der noch immer voll mit Fanpost sei. Mit Sarah sei sie „zur Tochter der Nation“ geworden.

Dabei war sie für „Liebling Kreuzberg“ zunächst als Assistentin vorgesehen. Sie war Anfang 20, als sie die Drehbücher las und Produzent Otto Meissner sagte: „Die Serie ist Bombe, aber ich möchte die Tochter spielen und nicht die Assistentin.“ Nachdem sich Krug und Meissner zusammengesetzt hatten, bekam sie die Rolle. Von 1992 bis 1997 ermittelte sie als Kommissarin Miriam Koch im Düsseldorfer „Tatort“. Von 2008 bis 2011 gehörte sie als Maike zur ARD-Telenovela „Rote Rosen“. Danach drehte sie nur noch vereinzelt, 2017 etwa für „SOKO Wismar“.



Warum Schreiner 2012 nach wenigen Wochen aus Bali zurückkehrte

Luna und Lorenzo kamen im Januar 2012 zur Welt, als Schreiner 46 war. Zehn Wochen später zog die Familie nach Bali. Ihre Eltern sollten nachkommen. Wenige Wochen nach der Ankunft erlitt ihre Mutter Ursula in Deutschland einen Schlaganfall. Schreiner flog mit den drei Monate alten Babys zurück und pflegte ihre Mutter zwei Jahre lang. „Ich habe von meinen Eltern so viel Liebe bekommen, das wollte ich unbedingt zurückgeben und sie auf keinen Fall in ein Heim abschieben“, sagte sie 2024 der „Bunte“.

„Das erste Wort, das sie wieder schreiben konnte, war mein Name.“

Schreiner über ihre Mutter in der „Bunte“

Gewohnt hat sie mit den Kindern in dieser Zeit provisorisch auf dem Dachboden ihres Elternhauses in Erkner bei Berlin. Ihre Eltern hatten Erkner kurz vor dem Mauerbau Richtung West-Berlin verlassen und waren nach der Wende in ihr altes Haus zurückgekehrt. Schreiner begleitete beide bis zu ihrem Tod. Die Mutter starb 2014.

Ende 2022 sollten es drei Monate auf Bali werden

In den Jahren danach führten Schreiner und Gotzler eine Fernbeziehung. Er hatte sich auf Bali als Innenarchitekt selbstständig gemacht und blieb dort, während sie mit den Zwillingen in Brandenburg lebte. Bis die Kinder 2018 in die Schule kamen, pendelte die Familie immer wieder hin und her. Die Einschulung habe „unserem Vagabundenleben massiv einen Schlussstrich gesetzt“, sagte Schreiner 2020 dem Portal t-online.

Im Winter 2022 ließ sie die Zwillinge für drei Monate vom Unterricht beurlauben. Auf Bali sollten sie eine englischsprachige Schule besuchen, weil ihr Englisch während der Pandemie und im Homeschooling zu kurz gekommen sei. Schnell sei sie selbst aber „Feuer und Flamme“ gewesen, wieder auf Bali zu leben, erzählte sie im März 2025 t-online. Die Kinder habe sie nicht schon wieder aus deren gerade erst mühsam eroberten neuen Leben reißen wollen. So seien sie „jeder mit nur einem Koffer nach Bali“ gekommen und „schlussendlich ungeplant“ geblieben.

2024 beschrieb sie der „Bunte“ ihr Zuhause gegenüber einem Reisfeld, zehn Minuten vom Strand. An der Insel schätzt sie, dass ältere Menschen dort viel Respekt bekommen. Bali sei immer ihr gemeinsamer Lebenstraum gewesen. Schreiner und Gotzler sind seit 1997 ein Paar und heirateten im Oktober 2003 auf Bali.

Vom Tagebuch bei „Rote Rosen“ zum Buch mit den Zwillingen

Ans Schreiben kam sie während der Dreharbeiten zu „Rote Rosen“ in Lüneburg. Dort durfte sie an ihren Texten feilen und führte in dieser Zeit „intensiv Tagebuch“, wie sie 2020 t-online erzählte. Später besuchte sie Schreibseminare. In einem davon entstand die Idee zu ihrer Biografie „Blickwinkel“, in der sie über sich selbst in der dritten Person schreibt, weil das den Leser „entlastet“.

Ihre Bücher bisher:

  • „Blickwinkel“ (2020), Biografie
  • „Leonies Haus“ (2020), Kinderbuch mit Illustrationen von Sonja van Bergen
  • „Enzo und der Weihnachtsmann“ (2022), Weihnachtsgeschichte für Kinder, seit September 2026 auch auf Englisch als „Enzo & Santa“
  • „Weihnachten, aber die Wurst war weg …“ (2026), zusammen mit Luna und Lorenzo Gotzler

Zu „Enzo“ gibt es ein Hörspiel, das sie auf ihrer Website vorstellt. Darin sprechen neben ihr die Zwillinge und ihr erster Ehemann, der Schweizer Schauspieler Urs Remond. Die beiden waren rund sechs Jahre verheiratet. Über die Scheidung im Jahr 2000 sagte sie damals der „B.Z.“: „Es lief alles glatt vor dem Berliner Familiengericht. Wir hatten sogar einen gemeinsamen Anwalt.“

Das neue Buch trägt den Untertitel „eine weitere Biografie“ und ist nach „Blickwinkel“ ihr zweites Buch über das eigene Leben. Laut Beschreibung erzählt es von fünf Jahrzehnten, „mal nostalgisch, mal ein wenig wehmütig, aber mit Humor“, in Geschichten rund ums Weihnachtsfest, in denen auch Leberwürste verschwinden. Erschienen ist das 90 Seiten starke Buch als Taschenbuch und E-Book.

Zurück als Sarah Liebling

Als die ARD „Liebling Kreuzberg“ 2024 als Filmreihe fortsetzte, sagte Schreiner zu. Das sei gewesen, „als wenn eine alte Liebe bei Ihnen anklopft und sagt: Wollen wir mal zusammen essen gehen? Da sagt doch keiner nein“, erzählte sie prisma. In „Kanzlei Liebling Kreuzberg“ steigt Sarahs Tochter Lisa (Luise von Finckh) in die Kanzlei ihres verstorbenen Großvaters ein. Schreiner ist in allen bisher fünf Filmen als Lisas Mutter dabei.

Für den zweiten Film reiste sie allein aus Bali an. Sie habe es genossen, „zu drehen wie früher ohne daran denken zu müssen, was ich den Hungermäulern nach einem langen Drehtag noch kredenze“, erzählte sie im März 2025 t-online. Das sei „himmlisch“ gewesen, auch wenn sie die Kinder sehr vermisst habe. Über ihre Zukunft vor der Kamera sagte sie im selben Gespräch: „Ich hoffe, der Wiedereinstieg und die große Resonanz bei Presse und Publikum zur Rolle Sarah inspiriert Redakteure, mich wieder vermehrt auf den Bildschirm zu holen.“

Die beiden neuesten Filme zeigte das Erste gut 40 Jahre nach dem Start der Kultserie. „Ein Meisterstück“ lief am 16. Oktober, „Auf Augenhöhe“ am 23. Oktober, zwei Tage nach dem zehnten Todestag von Manfred Krug. Zu den Reaktionen auf die Neuauflage sagte Schreiner der Agentur teleschau: „Die Serie hat so etwas unendlich Positives, genau durch das Revival. Zumindest in der Fanpost, die mich haufenweise erreicht, lese ich viel von Nostalgie.“ Viele Zuschauer hätten die Serie früher mit ihren Eltern und teilweise sogar mit den Großeltern geschaut. Ob „Kanzlei Liebling Kreuzberg“ weitergeht, hat die ARD bislang nicht angekündigt.

Steckbrief

NameRoswitha Schreiner
Geboren12. März 1965 in Eschweiler
Alter61 Jahre
AufgewachsenWest-Berlin
WohnortBali, seit Anfang 2023
EhemannAndreas Gotzler, verheiratet seit Oktober 2003
Erste EheUrs Remond, kennengelernt 1985 bei Dreharbeiten zur „Schwarzwaldklinik“, geschieden 2000
KinderZwillinge Luna und Lorenzo, geboren am 4. Januar 2012
MutterUrsula Schreiner, gestorben 2014
Bekannt aus„Liebling Kreuzberg“, „Tatort“, „Rote Rosen“, „Kanzlei Liebling Kreuzberg“
Mathias Fuerst
Mathias Fuersthttps://bundestribune.de/
Mathias Fuerst ist Chefredakteur von Bundes Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

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