Wer ist Susanne Thier? Die Partnerin von Sebastian Kurz

Susanne Thier ist die Lebensgefährtin von Sebastian Kurz und die Mutter seiner beiden Söhne Konstantin und Valentin. Die beiden kennen sich aus der Schulzeit und sind seit mehr als zwanzig Jahren ein Paar. Verheiratet sind sie nicht.

Thier hat in Wien Wirtschaftspädagogik studiert und kam 2011 ins österreichische Finanzministerium. Anfang Dezember ist es fünf Jahre her, dass Kurz sich aus der Politik zurückzog, wenige Tage nach der Geburt von Konstantin.



Von der Schule ins Finanzministerium

Kurz und Thier lernten sich am Gymnasium kennen und kamen noch zu Schulzeiten auf einer Silvesterfeier zusammen. Thier ist etwa so alt wie Kurz, der im August 40 wurde; ein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt. Über ihren Charakter sagte Kurz einmal: „Sie ist Stier im Sternzeichen, weiß, was sie will.“

Im Januar 2011 trat sie in den Dienst des Finanzministeriums, ihr Studium hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Drei Monate später wurde der 24-jährige Kurz Staatssekretär für Integration. Laut „Bild“ war ihre erste Reaktion: „Jetzt wirst du noch weniger zu Hause sein.“

Später arbeitete Thier in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit. Als die stellvertretende Abteilungsleiterin Ende 2018 ein Kind erwartete, sollte Thier sie während der Karenz vertreten. So heißt in Österreich die Elternzeit. Die Kollegin erklärte 2022, sie habe gemeinsam mit dem Abteilungsleiter entschieden, dass Thier, „meine längste und engste Mitarbeiterin, die geeignetste Kandidatin als meine Nachfolgerin ist“.

Auftritte mit Kurz ab 2017

Größer in Erscheinung trat Thier zum ersten Mal im Juli 2017 beim ÖVP-Parteitag in Linz, auf dem Kurz zum Parteichef gewählt wurde. Von Wiener Society-Terminen hielt sie sich laut „Bild“ bis zur Nationalratswahl im Oktober weitgehend fern. Am Wahlabend war das Blitzlichtgewitter für sie neu.

In den Jahren danach begleitete sie Kurz regelmäßig zu offiziellen Anlässen, etwa zur Angelobung als Bundeskanzler im Dezember 2017 und zum Opernball 2018 und 2019. Homestorys hatte Kurz schon im Wahlkampf 2017 ausgeschlossen. Im Ö3-Gespräch mit Claudia Stöckl sagte er: „Bei mir ist es so, dass weder meine Eltern noch meine Freundin ein Interesse an medialer Präsenz haben.“ Interviewanfragen lehnte Thier nach Angaben von „News“ ab.

Nach dem Ibiza-Video zerbrach im Mai 2019 die Koalition mit der FPÖ, und das Parlament sprach Kurz das Misstrauen aus. Wenige Wochen später erzählte er Anhängern in Niederösterreich, wie er sich in dieser Zeit einen Tag freinahm. Er sei mit zwei Freunden wandern gegangen und habe danach mit ihnen zu Hause gekocht. Währenddessen sei Thier heimgekommen und habe überrascht gefragt: „Du bist zuhause, wenn ich heimkomme?“ Danach habe sie wissen wollen: „Bist du jetzt immer zuhause?“

Konstantins Geburt und der Rückzug 2021

Im Juli 2021 machte Kurz die Schwangerschaft öffentlich. Er schrieb dazu, „dass wir unser Privatleben wie bisher privat halten werden“. Beim ÖVP-Parteitag in St. Pölten Ende August war Thiers Babybauch zu sehen; laut „Heute“ war sie im fünften Monat.

Kurz trat im Oktober als Kanzler zurück. Hintergrund waren Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wegen des Vorwurfs, mit Steuergeld seien wohlwollende Medienberichte gekauft worden. Kurz weist das zurück. Den Parteivorsitz behielt er zunächst.

Am 27. November brachte Thier in den frühen Morgenstunden Konstantin zur Welt. Fünf Tage später legte er alle politischen Funktionen zurück und begründete das auch mit der Geburt. Dabei sei ihm wieder bewusst geworden, „wie viel Schönes und Wichtiges es auch außerhalb der Politik gibt“. Seither ist er in der Privatwirtschaft tätig.

Warum das Gehalt von Susanne Thier 2022 Schlagzeilen machte

Im Oktober 2022 wurde die Aussage von Thomas Schmid bekannt. Der frühere Generalsekretär im Finanzministerium war lange ein Vertrauter von Kurz und hatte vor der WKStA umfassend ausgesagt. Inzwischen ist er Kronzeuge. Unter anderem gab Schmid an, Kurz habe sich bei ihm für eine Gehaltserhöhung seiner Freundin eingesetzt. Als Zeitpunkt nannte er zunächst 2016.

Das Ministerium widersprach: 2016 habe es für Thier keine Gehaltserhöhung gegeben. Gleichzeitig legte es offen, wie sie seit ihrem Eintritt eingestuft worden war:

ZeitpunktÄnderungGrund laut Finanzministerium
Januar 2011DienstantrittEinstufung ohne Studienabschluss
Juni 2011HöherstufungAbschluss des Studiums
2015HöherstufungDienstprüfung mit Auszeichnung
2019HöherstufungVertretung der stellvertretenden Abteilungsleiterin während der Karenz

SPÖ-Abgeordneter Kai Jan Krainer veröffentlichte daraufhin ein internes Mail vom 17. Dezember 2018. Darin hieß es, „über Auftrag des Herrn Generalsekretär“, also Schmids, seien zwei Planstellen „noch DIESE WOCHE“ aufzuwerten, eine davon Thiers. Das Ministerium erklärte dazu, Thier habe schon ab November 2018 höherwertige Aufgaben in der Abteilung übernommen.

Kurz zeigte der „Krone“ ihren Lohnzettel. Die Aufwertung machte 68 Euro netto im Monat aus. Seine Freundin habe wegen seiner politischen Tätigkeit keine Karriere angestrebt, sagte er. „Sie hat schlicht und ergreifend die Arbeit einer schwangeren Kollegin übernommen, weil sie darum gebeten wurde.“

Ende Oktober 2022 veröffentlichte die Zeitung „Heute“ private Chatnachrichten von Thier aus dem Ermittlungsakt. Schmid ergänzte im November, Kurz habe ausdrücklich keine Bevorzugung gegenüber anderen Mitarbeitern verlangt.

Der Presserat stellte im Februar 2023 wegen der Chats einen Verstoß gegen den Ehrenkodex fest. Thier sei keine reine Privatperson, weil sie während Kurz‘ Amtszeit regelmäßig bei Partei- und Society-Terminen auftrat. Ein privater Bereich stehe ihr trotzdem zu. Die wörtlich zitierten Nachrichten über Kollegen und Vorgesetzte könnten ihr berufliches Fortkommen beeinträchtigen.

Ende April 2023 entschied die WKStA, kein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Schmids Schilderung habe sich großteils belegen lassen, die Aufwertung selbst sei aber sachlich gerechtfertigt gewesen. Einen Anfangsverdacht auf eine Straftat sah die Behörde deshalb nicht, berichtete der ORF.

Sind Kurz und Thier verheiratet?

Nein, auch wenn Kurz sie im August im Gespräch mit der „Krone“ als „meine Frau“ bezeichnete. Nach einer Hochzeit wird Kurz seit Jahren gefragt:

WannAnlassAntwort
April 2021„Heute“ fragt nach Kindern und Hochzeit„Ja, das hoffe ich doch.“
Juni 2021Gerüchte über eine Hochzeit im Sommer„Zuerst werden solche Dinge immer zu Hause besprochen, also bitte ich da um Verständnis.“
August 2021Berichte über eine angebliche TrauungKanzleramt: „Weder hat die Hochzeit vergangene Woche stattgefunden, noch wird sie es dieses Wochenende.“
August 2026„Krone“-Interview zu seinem 40. Geburtstag„Das bespreche ich lieber daheim als in der ‚Krone‘. Aber mit 40 wäre ich definitiv langsam alt genug.“

Das Familienleben heute

Dass Konstantin einen kleinen Bruder bekommt, verkündete Kurz im Januar 2025 auf Instagram. Valentin kam am 22. Mai 2025 zur Welt. Mutter und Kind gehe es großartig, schrieb Kurz am nächsten Tag.

Kurz ist heute Unternehmer. 2023 gründete er mit israelischen Partnern die KI-Sicherheitsfirma Dream. Eine Rückkehr in die Politik plant er nach eigenen Worten nicht. Auf die Frage der „Krone“, was ihn dazu bewegen könnte, antwortete er im August: „Gar nichts.“ Mitte Oktober sagte er dem „Handelsblatt“, er habe sich bisher immer gegen eine Rückkehr entschieden, sei aber erst 40.

Nach eigenen Angaben ist er vier Tage pro Woche beruflich im Ausland und drei in Österreich. Die Wochenenden versucht er ganz mit den Kindern zu verbringen, auf längere Reisen nimmt er nach Möglichkeit die ganze Familie mit. Über die Aufteilung zu Hause sagte er: „Meine Frau macht sicherlich den Großteil dieser Familienarbeit und sie macht das großartig.“ Auf die Frage, ob nach zwei Söhnen noch Töchter geplant seien, antwortete er: „Je mehr Kinder, desto besser!“

Auf Instagram zeigt Kurz die Söhne beim Klettern oder im Schnee, meist von hinten oder mit Sonnenbrille. Thier ist auf diesen Bildern nicht zu erkennen. Ende Oktober schrieb er dort, er habe den österreichischen Nationalfeiertag mit den Kindern verbracht.

Mathias Fuerst
Mathias Fuersthttps://bundestribune.de/
Mathias Fuerst ist Chefredakteur von Bundes Tribune. Er berichtet über Breaking News, Promi-Nachrichten, Technologie, Sport und alles, was in Deutschland und der Welt passiert.

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